Ernährungsmedizin an deutschen Kliniken: Versorgungslücken trotz Ernährungsteams
Umfrage zeigt Mangel an Screening und standardisierten Abläufen
Eine aktuelle Umfrage unter 182 Ärzten beleuchtet die ernährungsmedizinische Versorgung in deutschen Akutkrankenhäusern. Mangelernährung betrifft 20 – 30 % der Krankenhauspatienten und ist mit erheblichen Risiken wie erhöhter Morbidität und Mortalität verbunden. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Versorgung zwischen Kliniken mit und ohne Ernährungsteams.
53% der befragten Ärzte berichteten, dass ihre Kliniken über ein Ernährungsteam verfügen, meist organisatorisch an die Gastroenterologie angegliedert. Diese Teams sind in 88 % der Fälle mit Fachärzten besetzt, vor allem aus der Gastroenterologie. Zu den häufigsten Aufgaben der Ernährungsteams gehören die Behandlung von Mangelernährung, die Organisation enteraler und parenteraler Ernährung sowie die Begleitung von Überleitungsprozessen.
Ein regelmäßiges Screening auf Mangelernährung wird in Kliniken mit Ernährungsteams deutlich häufiger durchgeführt (83%) als in Kliniken ohne Team (47%). Am häufigsten kommt der Nutritional Risk Screening (NRS-2002) zum Einsatz. In Kliniken mit spezialisierten Teams wird bei einem positiven Screening in 57% der Fälle das Team automatisch einbezogen, während Einrichtungen ohne Team oft an standardisierten Abläufen scheitern. Hauptgrund ist hier der Personalmangel…






