Zollernalb Klinikum entlässt Chefarzt der Inneren Medizin in Albstadt

Aufsichtsrat beschließt fristlose Trennung – Klinik kündigt weitere Informationen an

Das Zollernalb Klinikum hat den Chefarzt der Allgemeinen Inneren Medizin und Leiter der Zentralen Notaufnahme am Standort Albstadt mit sofortiger Wirkung entlassen. Dies bestätigte Geschäftsführer Gerhard Hinger auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung. Die Entscheidung sei nach einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats gefallen.

Nach Angaben des Geschäftsführers war für den vergangenen Mittwoch eine Sondersitzung des Aufsichtsrats des Zollernalb Klinikums einberufen worden. In deren Folge sei die fristlose Entlassung des Chefarztes beschlossen worden. Zu den konkreten Hintergründen der Personalentscheidung äußerte sich die Klinikleitung bislang nicht. Hinger erklärte, man werde am kommenden Montag im Rahmen eines Pressegesprächs nähere Informationen bekannt geben.

Update 17.02.26: Zollernalb Klinikum ordnet Zentrale Notaufnahmen neu

Das Zollernalb Klinikum stellt die Struktur seiner beiden Zentralen Notaufnahmen (ZNA) grundlegend neu auf. Ab dem 1. April 2026 wird es eine allgemeine ZNA ausschließlich am Krankenhaus Balingen geben. Am Standort Albstadt werden künftig nur noch Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt, Schlaganfall oder schweren Lungenerkrankungen versorgt. Das teilte die Klinikleitung im Rahmen eines Pressegesprächs mit, berichtet die Schwäbische Zeitung.

Auslöser der Neustrukturierung war eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats, die einen Tag vor der Kündigung des bisherigen Chefarztes der ZNA Albstadt stattfand. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Landrat Günther-Martin Pauli, der Ärztliche Direktor des Klinikums Michael Bitzer sowie Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer verwiesen übereinstimmend auf eine „Häufung der Beschwerden“ über die ZNA Albstadt, insbesondere wegen langer Wartezeiten.

Ärztlicher Direktor Bitzer bezeichnete die ZNA Albstadt als seit Längerem bekannte „Schwachstelle des gesamten Zollernalb Klinikums“. Die im vergangenen Jahr neu geschaffene Chefarztposition habe die erhoffte Qualitätsverbesserung nicht gebracht. Die Trennung vom Chefarzt sei daher „keine spontane, sondern eine ausgereifte Entscheidung“. Die Gesamtverantwortung trage letztlich die ärztliche Leitung der Abteilung.