Klinikum Stuttgart vernetzt 17 Kliniken mit Tele-Intensivmedizin
Seit Januar steht die fachärztliche Beratung rund um die Uhr bereit – fünf Spezialbereiche unterstützen Partnerkliniken bei Therapie und Verlegungsentscheidungen
Das Klinikum Stuttgart hat sein telemedizinisches Intensivnetzwerk auf 17 Krankenhäuser in Baden-Württemberg ausgebaut. Seit Januar 2026 können die angeschlossenen Kliniken rund um die Uhr Spezialisten des Maximalversorgers hinzuziehen. Das Netzwerk soll insbesondere vor dem Hintergrund stärker konzentrierter Leistungsangebote intensivmedizinische Expertise auch an kleineren Standorten verfügbar machen.
Gestartet war das Angebot Ende 2025 zunächst mit ausgewählten Krankenhäusern im Tagbetrieb. Seit Januar läuft der Service 24 Stunden täglich. Angeschlossen sind nach Angaben des Klinikums sowohl eigenständige Intensivstationen als auch kleinere Überwachungseinheiten. Zu den ersten Partnern gehören die medius KLINIKEN im Landkreis Esslingen.
Für telemedizinische Konsile stehen fünf Bereiche zur Verfügung: Intensivmedizin, Herzchirurgie, Herz-Lungen-Versagen mit ECMO, Schlaganfall und Anästhesiologie. Bei einer Verschlechterung des Patientenzustands können die Teams vor Ort unmittelbar Spezialisten in Stuttgart hinzuziehen und gemeinsam über Therapieanpassungen oder eine mögliche Verlegung entscheiden.
Hochauflösende Kameras ermöglichen Unterstützung am Patientenbett
Technisch ermöglicht das System nach Angaben des Klinikums neben der direkten Begutachtung von Patienten auch die telemedizinische Begleitung invasiver Eingriffe. Dafür kommen hochauflösende Kameras mit flexiblen Einstellungsmöglichkeiten zum Einsatz.
Das Klinikum verbindet den Ausbau ausdrücklich mit den Veränderungen der Krankenhauslandschaft. Mit der stärkeren Konzentration von Leistungen auf spezialisierte Zentren gewinnen Kooperationen zwischen Krankenhäusern an Bedeutung. Telemedizin soll dabei Expertise verfügbar machen, ohne dass Patienten in jedem Fall unmittelbar an einen Maximalversorger verlegt werden müssen.
Der Aufbau des Netzwerks und insbesondere die Freistellung von Intensivmedizinern für die telemedizinische Beratung werden von der Eva Mayr-Stihl Stiftung unterstützt. Die Stiftung fördert das Klinikum Stuttgart seit 2007 und hat nach dessen Angaben bislang mehr als 40 Millionen Euro bereitgestellt.
Telemedizin auch für geburtshilfliche Notfälle
Parallel wird die telemedizinische Zusammenarbeit auf weitere Versorgungsbereiche ausgeweitet. Das Olgahospital unterstützt andere Stuttgarter Geburtskliniken bei Notfällen von Neugeborenen. Kreißsäle im Marienhospital und Robert Bosch Krankenhaus wurden dafür mit hochauflösenden Kameras ausgestattet. Neonatologen des Klinikums Stuttgart können bei kritischen Situationen zugeschaltet werden und die Erstversorgung begleiten.
Dem Klinikum Stuttgart wurde im Zuge der Krankenhausreform nach eigenen Angaben eine koordinierende Funktion für eine Gesundheitsregion mit rund 2,8 Millionen Einwohnern in Baden-Württemberg übertragen.




