Universitätsmedizin Oldenburg stärkt Zusammenarbeit mit neuer Governance-Struktur
Universität und vier Kliniken verzahnen Leitungsebenen – Rahmenvereinbarung soll Versorgung, Forschung und Lehre langfristig sichern
Die Universitätsmedizin Oldenburg (UMO) hat ihre Zusammenarbeit auf eine neue organisatorische Grundlage gestellt. Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, das Klinikum Oldenburg, das Evangelisches Krankenhaus Oldenburg, das Pius-Hospital Oldenburg und die Karl-Jaspers-Klinik haben gemeinsam mit dem niedersächsischen Wissenschaftsministerium am 2. Juni 2026 eine neue Rahmenvereinbarung unterzeichnet. Ziel ist eine noch engere Verzahnung von universitärer Lehre, Forschung und Krankenversorgung sowie die langfristige Sicherung der universitätsmedizinischen Versorgung im Nordwesten Deutschlands.
Kern der Vereinbarung ist eine stärkere institutionelle Verknüpfung zwischen Universität und Krankenhäusern auf Leitungsebene. Künftig wird der Universitätspräsident stimmberechtigtes Mitglied im Verwaltungsrat des Klinikums Oldenburg. Gleichzeitig erhält der Dekan der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften einen Sitz im Vorstand des Klinikums. Beide erhalten Vetorechte bei Entscheidungen, die wesentliche Auswirkungen auf Forschung und Lehre haben.
Im Gegenzug wird die Medizinische Vorständin des Klinikums stimmberechtigtes Mitglied des Dekanats der Medizinischen Fakultät. Darüber hinaus werden die weiteren Kooperationskliniken künftig über eine neu geschaffene Prodekanatsstelle direkt in die Fakultätsleitung eingebunden.
Gemeinsame Verantwortung für Medizinausbildung und Versorgung
Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs bezeichnete die Vereinbarung als wichtigen Schritt für die Gesundheitsversorgung im Nordwesten. Mit der neuen Struktur würden klare Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau der Medizinstudienplätze und die gemeinsame Verantwortung für die Ausbildung zukünftiger Ärztinnen und Ärzte geschaffen.
Die Universitätsmedizin Oldenburg verfolgt seit ihrer Gründung einen Verbundansatz, bei dem mehrere Krankenhäuser gemeinsam die universitätsmedizinische Versorgung, Forschung und Lehre tragen. Das Klinikum Oldenburg betreibt dabei 18 der insgesamt 26 Universitätskliniken und -institute. Die neue Governance-Struktur soll die Zusammenarbeit der Partner weiter intensivieren und Entscheidungsprozesse besser koordinieren.
Modellregion für moderne Gesundheitsversorgung
Die Rahmenvereinbarung definiert zugleich gemeinsame strategische Ziele. Universität und Kliniken wollen die Region Nordwestdeutschland zu einer Modellregion für zukunftsfähige Gesundheitsversorgung entwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei innovative Versorgungskonzepte für eine alternde Gesellschaft, eine stärkere Vernetzung von Forschung und klinischer Praxis sowie die Gewinnung und Bindung medizinischer Fachkräfte.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der internationalen Zusammenarbeit. Bestehende Kooperationen, etwa mit Partnern in den Niederlande und insbesondere in Groningen, sollen weiter ausgebaut werden.
Ausbau der Universitätsmedizin schreitet voran
Die neue Vereinbarung fällt in eine Phase des kontinuierlichen Ausbaus der Universitätsmedizin Oldenburg. Zum Wintersemester 2026 wächst der Studiengang Humanmedizin auf 200 Studienanfängerinnen und Studienanfänger pro Jahr. Zudem steht der Baubeginn für das erste eigenständige Gebäude der Universitätsmedizin bevor.
Vertreter aller beteiligten Einrichtungen bewerteten die Vereinbarung als wichtigen Meilenstein. Sie sehen darin einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einem leistungsfähigen Universitätsklinikum im Verbund, das die Stärken mehrerer Krankenhäuser bündelt und gleichzeitig Forschung, Lehre und Patientenversorgung enger miteinander verknüpft.
Mit der neuen Governance-Struktur setzt die Universitätsmedizin Oldenburg ihren Weg als kooperatives Modell der Hochschulmedizin fort und schafft aus Sicht der Beteiligten die Voraussetzungen für weiteres Wachstum in Ausbildung, Forschung und Krankenversorgung.




