Uniklinikum Dresden baut ambulantes Operieren aus

Neues OP-Zentrum bündelt Eingriffe und schafft stationäre Kapazitäten

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (UKDD) baut das ambulante Operieren systematisch aus und zentralisiert entsprechende Eingriffe klinikübergreifend. Im ersten Halbjahr 2026 wurden am UKDD mehr als 5.100 ambulante Operationen durchgeführt – knapp 1.000 mehr als im Vorjahreszeitraum und bereits rund zwei Drittel der Gesamtzahl von 2025.

Im Mittelpunkt der Entwicklung steht das im vergangenen Jahr etablierte zentrale OP-Management. Eine wesentliche Aufgabe ist der weitere Ausbau des Ambulanten OP-Zentrums (AOPZ), das die Durchführung ambulanter Eingriffe verschiedener Kliniken an einem zentralen Standort auf dem Campus bündelt. Für den Betrieb stehen inzwischen vier OP-Säle zur Verfügung. Das Zentrum ist montags bis freitags von 8 bis 15.30 Uhr geöffnet. Im ersten Halbjahr 2026 wurden dort mehr als 650 ambulante Operationen durchgeführt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es lediglich 252 Eingriffe.

Das UKDD setzt dabei auf räumlich und personell getrennte Teams für den ambulanten und zentralen OP-Bereich. Durch die Bündelung sollen Abläufe standardisiert und die vorhandenen Ressourcen gezielter eingesetzt werden.

Nach Angaben des medizinischen Vorstands Prof. Uwe Platzbecker ermöglicht der medizinische Fortschritt zunehmend Eingriffe, die bislang stationär durchgeführt wurden, ambulant. Frei werdende stationäre Kapazitäten könnten dadurch für komplexere Behandlungen genutzt werden.

Stationäre Kapazitäten für komplexere Fälle

Die Ambulantisierung soll am UKDD nicht lediglich zusätzliche ambulante Leistungen schaffen, sondern zugleich die stationäre Versorgung entlasten. Kaufmännischer Vorstand Janko Haft verweist darauf, dass durch die Verlagerung geeigneter Patienten in den ambulanten Bereich stationäre Ressourcen frei werden.

Diese Kapazitäten könnten unmittelbar mit schwereren stationären Fällen belegt werden. Dadurch sollen insbesondere Wartezeiten für elektive Eingriffe, darunter auch Tumoroperationen, reduziert werden.

Damit verbindet das Uniklinikum die Ambulantisierung mit einer strategischen Neuausrichtung seiner OP-Kapazitäten. Das Ziel ist nicht zwingend eine Verringerung der Gesamtzahl operativer Eingriffe, sondern eine veränderte Verteilung zwischen ambulanten und stationären Leistungen.

Weitere Kliniken sollen integriert werden

Im AOPZ werden derzeit Eingriffe aus mehreren Fachbereichen durchgeführt. Dazu gehören das UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- und Plastische Chirurgie, die Kinderchirurgie, die Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie sowie die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

Weitere Einrichtungen sollen künftig in die zentrale Struktur integriert werden. Gleichzeitig bleiben ambulante Operationen auch dezentral in den Kliniken des Universitätsklinikums möglich. Ergänzend führt das Medizinische Versorgungszentrum als hundertprozentige Tochter des UKDD ambulante Eingriffe unter anderem in Chirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie und Dermatologie durch.

Nach Angaben der OP-Managerin Dr. Juliane Ende ermöglicht die hochspezialisierte Infrastruktur des Universitätsklinikums dabei auch die ambulante Behandlung von Patienten, die unter anderen Voraussetzungen möglicherweise stationär versorgt worden wären. Moderne Anästhesie- und Operationsverfahren erweiterten die Möglichkeiten insbesondere bei vorerkrankten Patienten.

Weiterbildung schafft neue Personalstrukturen

Mit dem Ausbau des ambulanten Operierens steigt zugleich der Bedarf an qualifiziertem Personal. Das UKDD setzt deshalb auch auf neue berufliche Entwicklungsmöglichkeiten für nichtärztliche Berufsgruppen.

An der Carus-Akademie ist im Mai 2026 erstmals ein Curriculum zur Weiterbildung von Medizinischen Fachangestellten (MFA) im ambulanten Operieren gestartet. Nach Angaben des Uniklinikums handelt es sich dabei um die einzige entsprechende Weiterbildungsmöglichkeit für MFAs in Sachsen.

Das Angebot ergänzt die bestehenden Qualifikationen zur Operationstechnischen Assistenz und die Fachweiterbildung für den Operationsdienst. Davon sollen sowohl MFA des Uniklinikums als auch Beschäftigte aus chirurgischen Praxen profitieren.