UKGM und Lungenfachklinik Immenhausen bündeln Pneumologie
Neue Kooperation zwischen Universitätsklinikum Marburg und G-BA-Lungenzentrum stärkt Versorgung, Forschung und Lehre in Hessen
Die Klinik für Pneumologie, Intensiv- und Schlafmedizin des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM), Standort Marburg, und die Lungenfachklinik Immenhausen intensivieren ihre Zusammenarbeit. Eine neue Kooperationsvereinbarung soll die pneumologische Versorgung in Hessen durch eine engere Vernetzung von universitärer Spitzenmedizin und spezialisierter Lungenversorgung weiterentwickeln. Im Fokus stehen gemeinsame medizinische Schwerpunkte, Forschungsvorhaben und die Förderung des ärztlichen Nachwuchses.
Mit der Kooperation verbinden zwei spezialisierte Einrichtungen ihre Kompetenzen in Diagnostik, Therapie und wissenschaftlicher Entwicklung. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten mit komplexen Lungenerkrankungen durch abgestimmte Behandlungspfade und gemeinsame Expertise eine umfassendere Versorgung anzubieten.
Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt in der Weiterentwicklung moderner diagnostischer und therapeutischer Verfahren. Dazu gehört insbesondere die navigationsgestützte Bronchoskopie, die eine präzisere Gewebeentnahme aus schwer erreichbaren Bereichen der Lunge ermöglicht. Das Verfahren kann insbesondere bei der Diagnostik von Lungentumoren eine wichtige Rolle spielen und soll künftig gemeinsam genutzt werden. Auch bei seltenen Lungenerkrankungen wie der zystischen Fibrose ist eine engere Zusammenarbeit vorgesehen. Durch abgestimmte Versorgungskonzepte sollen Patientinnen und Patienten kontinuierlich von der Expertise beider Einrichtungen profitieren. Darüber hinaus planen die Partner einen Ausbau der Zusammenarbeit im Bereich der Infektionsmedizin. Vorgesehen ist unter anderem eine Stärkung der Tuberkulose-Labordiagnostik sowie perspektivisch eine Erweiterung der Kooperation auf weitere Bereiche der Infektionsdiagnostik.
Ein weiterer Baustein ist die gemeinsame Beteiligung an einem molekularen Tumorboard. Dort sollen Fachleute aus Medizin, Pathologie und Molekularbiologie individuelle Therapieentscheidungen auf Grundlage moderner molekulargenetischer Untersuchungen entwickeln.
Die Kooperation beschränkt sich nicht auf die Patientenversorgung, sondern umfasst auch Forschung und Lehre. Die Lungenfachklinik Immenhausen beteiligt sich als akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg unter anderem an der Ausbildung von Medizinstudierenden im Praktischen Jahr. Geplant sind gemeinsame wissenschaftliche Projekte zu chronischen Atemwegserkrankungen, Raucherentwöhnung, Lungenkrebs-Screening mittels Computertomografie, interventioneller Bronchoskopie und seltenen Lungenerkrankungen.
Ein langfristiges Ziel ist zudem die Weiterentwicklung der bestehenden APL-Professur von Prof. Dr. Stefan Andreas zu einer Stiftungsprofessur für Pneumologie an der Philipps-Universität Marburg. Damit soll die wissenschaftliche Zusammenarbeit dauerhaft strukturell verankert werden.
Für die Umsetzung der Vereinbarung wird ein gemeinsames Steuerungsgremium eingerichtet. Dieses soll Projekte koordinieren, die Zusammenarbeit bewerten und neue Entwicklungsmöglichkeiten identifizieren. Die Kooperationsvereinbarung ist zunächst auf fünf Jahre angelegt.
Prof. Dr. Gernot Rohde, Direktor der Klinik für Pneumologie, Intensiv- und Schlafmedizin am UKGM, Standort Marburg, sieht in der Zusammenarbeit eine Verbindung von universitärer Forschung, hochspezialisierter Versorgung und regionaler Verantwortung. Prof. Dr. Stefan Andreas, Ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen, bezeichnet die Kooperation zwischen Universitätsmedizin und G-BA-Lungenzentrum als wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung der pneumologischen Versorgung.
Die Partnerschaft stärkt damit die Vernetzung spezialisierter Lungenerkrankungsversorgung in Hessen und schafft neue Möglichkeiten für Behandlung, Forschung und Ausbildung.




