Südhessen Kliniken für Krankenhausfusion ausgezeichnet

Zusammenschluss von Klinikum Darmstadt und AGAPLESION Elisabethenstift erhält M&A Award für seine gesellschaftliche und regionale Bedeutung

Der Zusammenschluss des städtischen Klinikums Darmstadt und des AGAPLESION Elisabethenstifts zu den Südhessen Kliniken ist mit dem M&A Award 2026 ausgezeichnet worden. Der Bundesverband Mergers & Acquisitions (BMA) würdigte die Fusion in der Kategorie „Most Impactful Deal“. Mit künftig rund 1.200 Planbetten soll aus den beiden Krankenhäusern das zweitgrößte Krankenhaus Hessens entstehen.

Die Auszeichnung wurde in Berlin verliehen und würdigt Unternehmenszusammenschlüsse, die über wirtschaftliche Transaktionsziele hinaus eine besondere gesellschaftliche und standortbezogene Wirkung entfalten. Der Zusammenschluss zweier Krankenhäuser unter kommunaler und diakonischer Trägerschaft gilt in dieser Größenordnung als bislang ungewöhnliches Kooperationsmodell im deutschen Krankenhausmarkt.

Gemeinsame Holding seit 2026

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Gesundheitskonzern AGAPLESION hatten im Januar 2026 die Verträge für den Zusammenschluss unterzeichnet. Nach dem formalen Vollzug zum 1. Juni 2026 wurden beide Krankenhäuser rückwirkend zum 1. Januar unter einer gemeinsamen Holding zusammengeführt.

Die Südhessen Kliniken gemeinnützige GmbH verbindet damit zwei traditionsreiche Einrichtungen mit unterschiedlichen Trägerstrukturen und Unternehmenskulturen. Ziel ist es, medizinische Leistungen stärker aufeinander abzustimmen, vorhandene Kompetenzen zu bündeln und die wirtschaftliche Tragfähigkeit der stationären Versorgung langfristig zu verbessern.

Die Geschäftsführung der Südhessen Kliniken liegt bei Sven Axt als kaufmännischem Geschäftsführer und Vorsitzendem der Geschäftsführung, Dr. Jörg Noetzel als medizinischem Geschäftsführer sowie Michele Tarquinio als pflegerischem Geschäftsführer.

Zusammenschluss als Modell für die Krankenhausreform

AGAPLESION-Vorstandsvorsitzender Dr. Markus Horneber und Darmstadts Klinikdezernent André Schellenberg sehen in der Auszeichnung eine Bestätigung der strategischen Entscheidung. Angesichts steigenden wirtschaftlichen Drucks, der Krankenhausreform und zunehmender Anforderungen an medizinische Spezialisierungen könne der Zusammenschluss nach ihrer Einschätzung als Modell für andere Krankenhausstandorte dienen.

Die gemeinsame medizinische Strategie sieht vor, komplexe und planbare Leistungen zwischen den beiden Standorten Campus Mitte und Campus Woog stärker zu bündeln. Die Grund- und Notfallversorgung soll weiterhin wohnortnah gewährleistet bleiben.

Anfang Oktober hatten die Südhessen Kliniken bereits mitgeteilt, dass die vorgesehenen hessischen Leistungsgruppenzuweisungen den eingeschlagenen strategischen Kurs unterstützen. Insbesondere die komplexe onkologische Versorgung und weitere hochspezialisierte Behandlungen sollen gestärkt werden.

Für die weitere Umsetzung des Zusammenschlusses bleibt neben der medizinischen und wirtschaftlichen Integration auch die Entwicklung einer gemeinsamen Unternehmenskultur von Bedeutung. Die unterschiedlichen Traditionen des kommunalen Klinikums und des diakonischen Elisabethenstifts sollen dabei erhalten und in die neue Organisationsstruktur eingebunden werden.