Klinikum Ingolstadt sucht eigene Kooperationspartner
Großkrankenhaus will Medizinstrategie unabhängig vom Verbund Region 10 vorantreiben – gemeinsame Strukturplanung bleibt vorerst bestehen
Das Klinikum Ingolstadt will bei seiner medizinstrategischen Weiterentwicklung nicht länger ausschließlich auf die gemeinsame Planung des Medizinverbunds Region 10 warten. Nach einem Bericht des Donaukuriers vom 18. Oktober 2026 sucht das Großkrankenhaus eigenständig nach Kooperationspartnern außerhalb des bisherigen regionalen Zusammenschlusses. Damit zeichnet sich eine neue Entwicklung in der seit Jahren diskutierten Neuordnung der Krankenhausversorgung rund um Ingolstadt ab.
Bisher verfolgen die kommunalen Klinikträger der Region das Ziel, medizinische Leistungen stärker aufeinander abzustimmen, Doppelstrukturen zu reduzieren und die Wirtschaftlichkeit der beteiligten Häuser zu verbessern. Das Klinikum Ingolstadt übernimmt dabei als größtes Krankenhaus der Region eine zentrale Rolle.
Gemeinsame Medizinstrategie weiterhin in Entwicklung
Noch im Februar 2026 hatten die Kliniken die nächste Phase ihrer standortübergreifenden Medizinstrategie angekündigt. Das Beratungsunternehmen WMC Healthcare wurde mit einem Strukturgutachten beauftragt, um die bestehenden Planungen zu überprüfen und konkrete Modelle für die künftige Zusammenarbeit zu entwickeln. Neben dem Klinikum Ingolstadt sind die Kliniken im Naturpark Altmühltal mit den Standorten Eichstätt und Kösching, das Krankenhaus Schrobenhausen sowie die Ilmtalklinik GmbH mit Pfaffenhofen und Mainburg beteiligt.
Die Projektleitung wurde dem Geschäftsführer und Ärztlichen Direktor des Klinikums Ingolstadt, Dr. Andreas Tiete, übertragen. Das Gutachten wird anteilig durch den Freistaat Bayern gefördert und soll als Grundlage für weitere Entscheidungen über die medizinische Arbeitsteilung und mögliche Verbundstrukturen dienen. (1)
Eigenständige Partnersuche verändert die Ausgangslage
Mit der Suche nach weiteren Kooperationsmöglichkeiten erweitert Ingolstadt seinen strategischen Handlungsspielraum. Medizinische Kooperationen könnten unabhängig von einer umfassenden gesellschaftsrechtlichen Verbundlösung vereinbart werden, etwa durch die Abstimmung spezialisierter Leistungen oder gemeinsame Versorgungsangebote.
Der neue Kurs fällt in eine Phase, in der auch innerhalb der Ilmtalklinik erhebliche Differenzen über die zukünftige Standortstrategie bestehen. Insbesondere der geplante Umbau des Krankenhauses Mainburg zu einer sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung belastet die Zusammenarbeit der beteiligten Landkreise.




