Südhessen Kliniken erhalten breites Leistungsgruppen-Portfolio
Darmstadt bündelt komplexe Medizin und Onkologie – endgültige Zuweisungen folgen im Dezember
Die Südhessen Kliniken sollen nach der vorläufigen Leistungsgruppen-Planung des Landes Hessen eine zentrale Rolle in der Versorgung der Region Darmstadt übernehmen. Neben der wohnortnahen Grund- und Notfallversorgung sollen insbesondere komplexe onkologische sowie weitere spezialisierte und planbare Leistungen an den beiden Standorten gebündelt werden. Zu den Südhessen Kliniken gehören das Klinikum Darmstadt und das AGAPLESION ELISABETHENSTIFT.
Die Mitteilung der Kliniken spricht von einer Zuteilung der Leistungsgruppen. Formal handelt es sich derzeit jedoch noch um vorläufige Festlegungen: Das hessische Gesundheitsministerium hat rund 1.800 Anträge der Krankenhäuser geprüft und den Häusern ihre vorgesehenen Leistungsgruppen übermittelt. Im anschließenden Anhörungsverfahren können die Kliniken Stellung nehmen; die endgültigen Zuweisungen sollen im Dezember erfolgen und zum 1. Januar 2027 wirksam werden.
Komplexe Leistungen sollen am Klinikum Darmstadt gebündelt werden
Nach Angaben der Südhessen Kliniken bleiben unter anderem die Leistungsgruppen Allgemeine Innere Medizin, Allgemeine Chirurgie, Geburtshilfe und Allgemeine Frauenheilkunde Bestandteil des Versorgungsangebots.
Gleichzeitig sollen spezialisierte Leistungen stärker am Klinikum Darmstadt konzentriert werden. Genannt werden bestimmte kardiologische und gefäßchirurgische Behandlungen, Endoprothetik, Wirbelsäuleneingriffe, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie sowie Leistungen der HNO und Neurochirurgie. Auch die überregionale Schlaganfallversorgung, spezialisierte Traumaversorgung und Altersmedizin sollen wichtige Bestandteile des gemeinsamen medizinischen Portfolios bleiben.
Damit folgt die vorgesehene Struktur dem hessischen Planungsansatz: Grund- und Notfallversorgung sollen regional erreichbar bleiben, während komplexe und planbare Eingriffe stärker an spezialisierten Standorten konzentriert werden. Das Land hat zugleich angekündigt, sämtliche bestehenden Notfallstandorte sowie die Strukturen in Geburtshilfe und Kinder- und Jugendmedizin zunächst zu erhalten.
Onkologie erhält besondere Bedeutung
Besonders gestärkt sieht sich das Klinikum Darmstadt in der Krebsmedizin. Das Haus ist das zentrale onkologische Zentrum im Versorgungsgebiet Darmstadt. Bereits im Rahmen der hessischen Krankenhausplanung hatte das Land vorgesehen, komplexe Krebsbehandlungen stärker an erfahrenen Zentren zu konzentrieren.
Zu den von den Südhessen Kliniken genannten spezialisierten Leistungen zählen Eingriffe bei Tumorerkrankungen von Rektum, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse und Leber sowie Stammzelltransplantationen und die Behandlung von Leukämien, Lymphomen, Brust- und Eierstockkrebs. Für diese Bereiche gelten je nach Leistungsgruppe besondere Qualitäts- und Strukturvoraussetzungen.
Die Leistungsgruppen-Zuweisungen treffen in Darmstadt auf einen bereits laufenden strukturellen Zusammenschluss. Das Klinikum Darmstadt und das AGAPLESION ELISABETHENSTIFT wurden 2026 unter dem Dach der Südhessen Kliniken zusammengeführt und sollen ab 2027 als gemeinsamer Maximalversorger an den Standorten Campus Mitte und Campus Woog auftreten.
Bis zum endgültigen Abschluss des hessischen Zuweisungsverfahrens können sich einzelne Festlegungen noch verändern. Für Leistungen, die künftig nicht mehr zugewiesen werden, sieht die Umsetzung der Reform Übergangszeiträume für notwendige strukturelle Anpassungen vor.




