Stadt Oelde prüft Grundversorgung nach Schließung des Marienhospitals
Marienhospital schließt Ende 2026 – 377 Beschäftigte betroffen, medizinisches Angebot am Standort soll erhalten bleiben
Nach der angekündigten Schließung des Marienhospitals zum Jahresende sucht die Stadt Oelde nach einer Perspektive für die medizinische Versorgung am Standort. Bürgermeisterin Karin Rodeheger und alle Ratsfraktionen wollen insbesondere prüfen, ob auf Grundlage neuer bundesrechtlicher Möglichkeiten ab 2027 eine wohnortnahe medizinische Grundversorgung mit stationärem Angebot eingerichtet werden kann. Die konkrete Ausgestaltung ist bislang offen.
Die Katholische Hospitalvereinigung Ostwestfalen (KHO) hatte entschieden, das Marienhospital zum Jahresende 2026 zu schließen. Von der Entscheidung sind nach Angaben der Stadt 377 Beschäftigte betroffen. Die KHO hat zugleich angekündigt, ein medizinisches Angebot in Oelde aufrechterhalten zu wollen.
In einer gemeinsamen Stellungnahme machen Bürgermeisterin und Ratsfraktionen deutlich, dass nun Gespräche mit den zuständigen Landesbehörden geführt werden sollen. Unterstützung erwartet die Stadt vom Kreis Warendorf, den regionalen Landtagsabgeordneten und dem nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium.
Krankenhausplanung hat Leistungsspektrum bereits reduziert
Die wirtschaftliche und medizinische Situation des Marienhospitals hatte sich bereits in den vergangenen Jahren verschärft. Die Stadt verweist dabei unter anderem auf wirtschaftliche Belastungen, sinkende stationäre Fallzahlen und Veränderungen durch die Krankenhausplanung in Nordrhein-Westfalen.
Anfang 2025 wurden am Standort die Geriatrie sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe geschlossen, nachdem die entsprechenden Anerkennungen im Rahmen der Krankenhausplanung entzogen worden waren. Auch weitere komplexe medizinische Leistungen konnten anschließend nicht mehr angeboten werden.
Die Stadt sieht darin einen wesentlichen Einschnitt für den Standort. Insbesondere die Aufgabe der Geriatrie und deren anschließender Aufbau an einem benachbarten Krankenhaus habe in der Bevölkerung für Kritik gesorgt.
Bereits zuvor waren verschiedene Schritte zur Stabilisierung des Hauses unternommen worden. 2015 trat das Marienhospital dem Elisabeth-Hospital Gütersloh bei. 2022 folgte gemeinsam mit weiteren Krankenhäusern die Bildung der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen.
Neue Versorgungsstruktur für Oelde soll geprüft werden
Nach der vollständigen Schließung des bisherigen Krankenhauses soll nun geklärt werden, welche medizinischen Leistungen in Oelde erhalten werden können. Für die Stadt steht dabei insbesondere eine wohnortnahe Versorgung von Akut- und Notfällen im Mittelpunkt.
Dabei verweist die gemeinsame Stellungnahme auf neue rechtliche Möglichkeiten des Bundes, die zum 1. Januar 2027 eine wohnortnahe medizinische Grundversorgung mit einem stationären Angebot ermöglichen sollen. Welche konkrete Versorgungsform für Oelde infrage kommt, ist noch nicht entschieden.
Parallel fordert die Stadt von der KHO Perspektiven für die 377 Beschäftigten. Nach Möglichkeit sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden und Weiterbeschäftigungen innerhalb des KHO-Verbundes ermöglicht werden.
Eine Bürgerinformationsveranstaltung mit KHO-Geschäftsführer Matthias Bitter ist ebenfalls vorgesehen. Dort sollen die Auswirkungen der Schließung und mögliche Perspektiven für den Standort erläutert werden.




