Rehaklinik Bruckmühl: Behörde prüft Entzug der Konzession

Unangekündigte Kontrolle stellt erhebliche Dokumentationsmängel fest – unmittelbare Gefährdung des Patientenwohls laut Gesundheitsamt nicht festgestellt

Der geriatrischen Rehaklinik Bruckmühl droht der Entzug ihrer Konzession. Wie BR24 berichtet, hat das Landratsamt Rosenheim nach einer unangekündigten Kontrolle ein Verfahren zum Widerruf der Betriebserlaubnis eingeleitet. Bei der Überprüfung wurden erhebliche Mängel insbesondere bei der Dokumentation der medizinischen und pflegerischen Versorgung festgestellt.

Die unangekündigte Kontrolle fand am 27. August gemeinsam mit dem Medizinischen Dienst Bayern statt. Anlass waren vorherige Recherchen des BR über mögliche Missstände in der geriatrischen Rehaklinik.

Nach Angaben des Landratsamtes konnte aufgrund von Lücken in der Dokumentation nicht durchgehend nachvollzogen werden, ob die medizinische und pflegerische Versorgung adäquat erbracht wurde. Unter anderem sei teilweise unklar geblieben, von wem Verordnungen stammten und wer sie umgesetzt habe. Auch die Verabreichung und Wirkung von Bedarfsmedikamenten sei nicht immer dokumentiert worden.

Darüber hinaus stellte die Behörde im Einzelfall Mängel bei Basishygiene, Wundversorgung und Patientenlagerung fest. Eine unmittelbare Schließung der Rehaklinik erfolgt dennoch nicht. Bei der Kontrolle sei nach Angaben des Gesundheitsamtes keine unmittelbare Gefährdung des Patientenwohls festgestellt worden. Das Landratsamt hat der Klinik inzwischen ein Anhörungsschreiben zugestellt. Der Betreiber kann innerhalb einer festgelegten Frist zu den Feststellungen Stellung nehmen und darlegen, wie die Mängel beseitigt werden sollen. Ob die Konzession tatsächlich widerrufen wird, ist damit noch offen.