Neunkirchen: Gynäkologie und Geburtshilfe verbleiben auf dem Kohlhof
Neuordnung der Kliniklandschaft: Marienhaus und Diakonie bündeln Kompetenzen und bauen Doppelstrukturen ab
Die medizinische Versorgung der Kreisstadt wird neu sortiert, wobei zentrale Fachbereiche am Standort Kohlhof gesichert werden. Oberbürgermeister Jörg Aumann und Landrat Sören Meng begrüßen den Verhandlungserfolg zwischen Gesundheitsminister Magnus Jung und der Marienhaus-Gruppe. Entgegen ursprünglicher Pläne verbleibt die Klinik für Gynäkologie, Geburtshilfe und Pädiatrie in Neunkirchen und soll dort sogar um neue psychiatrische Angebote erweitert werden.
Die intensive Debatte um die Zukunft der Neunkircher Krankenhauslandschaft mündet in ein tragfähiges Konzept, das sowohl die spezialisierte Versorgung von Kindern und Jugendlichen als auch die Stärkung der innerstädtischen Medizin vorsieht. Der nun erzielte Konsens sieht vor, dass die Marienhaus-Klinik auf dem Kohlhof ihre Kernkompetenzen behält. Neben der Gynäkologie und Geburtshilfe soll das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) erhalten bleiben. Zusätzlich prüft die Marienhaus-Gruppe den Aufbau einer Kinder- und Jugendpsychiatrie, was die Rolle des Standorts als spezialisiertes Zentrum für junge Patienten festigen würde.
Parallel dazu erfolgt eine strategische Bereinigung von Doppelstrukturen, wie sie im Rahmen der bundesweiten Krankenhausreform gefordert wird. Die Allgemeinchirurgie sowie die Notaufnahme werden vom Kohlhof an das Diakonie Klinikum in der Innenstadt verlagert. Diese Bündelung erfüllt einen langjährigen Wunsch von Stadtrat und Verwaltung: Das Krankenhaus im Stadtzentrum wird gestärkt und zum zentralen Anlaufpunkt für die chirurgische Akutversorgung ausgebaut.
Oberbürgermeister Jörg Aumann zeigte sich sichtlich erleichtert, dass die befürchteten massiven Einschnitte – die er zuvor als „bittere Pille“ bezeichnet hatte – abgewendet werden konnten. Auch Landrat Sören Meng betonte, dass durch die klare Aufgabenteilung zwischen den Trägern die Voraussetzungen für eine nachhaltige, wohnortnahe Versorgung geschaffen wurden. Als nächsten Schritt regte der Landrat den Ausbau ambulanter Angebote und moderner Versorgungszentren an, um den Herausforderungen des demografischen Wandels im Landkreis begegnen zu können.





