Berlin: St. Joseph Krankenhaus übernimmt Frauenklinik vom St. Gertrauden Krankenhaus

Frauenklinik samt Brustzentrum wechselt nach Tempelhof – Alexianer richten Versorgungsstrukturen neu aus

Das St. Joseph Krankenhaus Berlin übernimmt zum 1. September 2026 die komplette Frauenklinik einschließlich Senologie und zertifiziertem Brustzentrum-City vom Alexianer St. Gertrauden Krankenhaus. Das medizinische und pflegerische Team wechselt ebenfalls an den Standort Tempelhof. Die Übernahme ist Teil einer strukturellen Neuordnung: Das St. Gertrauden Krankenhaus will sich künftig auf andere medizinische Schwerpunkte konzentrieren.

Die Joseph Kliniken Berlin bündeln die gynäkologische Versorgung am St. Joseph Krankenhaus in Berlin-Tempelhof. Zum 1. September 2026 übernimmt das Krankenhaus die Frauenklinik des Alexianer St. Gertrauden Krankenhauses einschließlich der Senologie und des zertifizierten Brustzentrum-City. Mit der Teil-Betriebsübernahme wechseln auch die medizinischen und pflegerischen Beschäftigten der Frauenklinik an den neuen Standort. Nach Angaben der Joseph Kliniken bleiben dadurch die Arbeitsplätze erhalten. Gleichzeitig soll die Versorgung von Patientinnen mit gut- und bösartigen gynäkologischen Erkrankungen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg sichergestellt werden.

Durch die Zusammenführung entsteht nach Angaben der Joseph Kliniken die größte Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in katholischer Trägerschaft in Berlin und Brandenburg.

Gynäkologie und Brustzentrum werden gebündelt

Das St. Joseph Krankenhaus erweitert mit der Übernahme sein bestehendes gynäkologisches Leistungsspektrum insbesondere um die Senologie und das zertifizierte Brustzentrum-City.

Damit soll künftig das gesamte Spektrum der Frauenheilkunde an einem Standort angeboten werden. Die Bündelung soll zugleich eine engere interdisziplinäre Zusammenarbeit bei Diagnostik, Therapie und pflegerischer Versorgung ermöglichen.

Die Zusammenführung baut auf einer bereits bestehenden Kooperation der beiden Krankenhäuser auf. Anfang 2026 hatten das St. Joseph Krankenhaus und das Alexianer St. Gertrauden Krankenhaus unter dem Namen GYN-Care – Zentrum für Frauenheilkunde eine trägerübergreifende Zusammenarbeit gestartet.

Dabei wurden die gynäkologischen Kompetenzen beider Häuser bereits organisatorisch und medizinisch stärker miteinander verknüpft. Mit der Übernahme der Frauenklinik wird diese Kooperation nun in eine dauerhafte Konzentration der Leistungen am Standort Tempelhof überführt.

Prof. Dr. Michael Abou-Dakn, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Ärztlicher Direktor der Joseph Kliniken Berlin, sieht darin die Möglichkeit, medizinische Expertise und leistungsfähige Strukturen langfristig an einem Standort zu sichern.

St. Gertrauden konzentriert sich auf andere Schwerpunkte

Hintergrund der Übernahme ist eine strategische Neuausrichtung der Krankenhausstrukturen. Das Alexianer St. Gertrauden Krankenhaus hat entschieden, sein medizinisches Leistungsangebot neu zu strukturieren und sich künftig auf andere Schwerpunkte zu konzentrieren.

Die Teil-Betriebsübernahme erfolgt nach Angaben der Beteiligten auch vor dem Hintergrund der laufenden gesundheitspolitischen Veränderungen. Genannt werden insbesondere die Krankenhausreform, die Pflegereform und die zunehmende Ambulantisierung medizinischer Leistungen.

Damit steht die Verlagerung der Frauenklinik exemplarisch für die zunehmende Konzentration medizinischer Leistungen innerhalb regionaler Krankenhausstrukturen.

Statt gynäkologische Angebote parallel an zwei Standorten vorzuhalten, werden die bestehenden Kompetenzen künftig am St. Joseph Krankenhaus zusammengeführt.

Klinikneubau in Tempelhof soll bis Ende 2028 entstehen

Für die Joseph Kliniken ist die Übernahme zugleich Teil der langfristigen Standortstrategie in Tempelhof.

Dort entsteht ein neuer Klinikbau, der nach derzeitiger Planung bis Ende 2028 fertiggestellt werden soll. Die Bündelung der Frauenheilkunde soll damit auch in die zukünftigen baulichen und medizinischen Strukturen des Standorts integriert werden.

Klinikgeschäftsführer Florian Kell bezeichnet die Übernahme als strategische Antwort auf die Veränderungen im Gesundheitswesen. Die Konzentration des Fachbereichs und der Klinikneubau sollen die medizinische und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Krankenhauses stärken.

Mit dem Wechsel der Frauenklinik verändert sich gleichzeitig die Aufgabenverteilung zwischen zwei etablierten Berliner Krankenhausstandorten. Während das St. Joseph Krankenhaus seine Position in der Frauenheilkunde deutlich ausbaut, konzentriert das St. Gertrauden Krankenhaus sein Leistungsportfolio künftig auf andere medizinische Bereiche.