Landrat favorisiert Verkauf des Oder-Spree-Krankenhauses

Privatisierung soll Standort Beeskow sichern – alternativ steht eine Neuausrichtung mit nur noch rund 50 Betten im Raum

Das kommunale Oder-Spree-Krankenhaus in Beeskow steht vor einer grundlegenden Richtungsentscheidung. Nach Informationen der Märkischen Oderzeitung (MOZ) favorisiert Landrat Frank Steffen einen Verkauf der defizitären Klinikgesellschaft. Eine Entscheidung über eine Privatisierung ist jedoch noch nicht gefallen.

Nach dem Bericht hat Steffen die Beschäftigten über die Überlegungen informiert. Die Kreisverwaltung sieht in einem Verkauf eine Möglichkeit, den Krankenhausstandort und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Als Alternative steht demnach eine deutliche Neuausrichtung des kommunalen Klinikbetriebs mit nur noch rund 50 Betten zur Diskussion.

Die wirtschaftlichen Probleme des Hauses sind seit längerem dokumentiert. Der Landkreis bezeichnete die Situation bereits im Frühjahr als „äußerst kritisch“. Nach damaliger Prognose drohte der Klinik zur Jahresmitte 2026 die Liquidität auszugehen. Ohne weitere Unterstützung sei die Überlebensfähigkeit der Gesellschaft unter den bestehenden Finanzierungsbedingungen nicht gegeben.

Der Kreistag hatte deshalb im Mai einstimmig einen weiteren Liquiditätskredit beschlossen. Bereits zuvor war für 2026 eine Million Euro zur Stabilisierung der Liquidität in die Kapitalrücklage eingestellt worden.