Millionenhilfen lösen Debatte über Klinik Rathenow aus
Landkreis stützt Havelland Kliniken finanziell – Kreistagsabgeordneter stellt Fortbestand des Krankenhausstandorts öffentlich infrage
Die angespannte Finanzlage der Havelland Kliniken führt zu einer neuen Debatte über die Zukunft der Klinik Rathenow. Nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) hat ein Kreistagsabgeordneter angesichts der finanziellen Unterstützung durch den Landkreis die Frage aufgeworfen, ob der Krankenhausstandort langfristig weiterbetrieben werden sollte. Einen Beschluss zur Schließung gibt es nicht.
Nach Angaben der MAZ unterstützt der Landkreis die Havelland Kliniken mit bis zu fünf Millionen Euro jährlich. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind auch in offiziellen Unterlagen des Landkreises dokumentiert: 2024 schloss die Havelland Kliniken GmbH mit einem Fehlbetrag von 11,769 Millionen Euro ab, nach 9,387 Millionen Euro im Vorjahr.
Finanzlage bleibt angespannt
Der Landkreis hält 100 Prozent an der Havelland Kliniken GmbH. Im Haushaltsentwurf 2026 heißt es, seit Dezember 2024 seien Investitionen und Betriebskosten sowie die Sicherung der Liquidität nur noch durch rückzahlbare Liquiditätshilfen des Trägers möglich. Für 2025 wurden weitere Maßnahmen zur Liquiditätssicherung und zur Vermeidung einer Insolvenz vorgesehen. Als wirtschaftliches Problem nennt der Landkreis unter anderem fehlendes Pflegepersonal, wodurch an den Standorten Rathenow und Nauen nicht die volle Bettenkapazität genutzt werden können.
Die Klinik Rathenow ist neben Nauen einer von zwei Krankenhausstandorten der Gesellschaft. Nach Angaben der Havelland Kliniken verfügt sie über sechs Fachkliniken und eine geriatrische Tagesklinik und übernimmt insbesondere die Versorgung des westlichen Havellandes.




