Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg stärken Sepsis-Früherkennung

Beitritt zum Deutschen Qualitätsbündnis Sepsis soll Patientensicherheit und Behandlungsqualität weiter verbessern

Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg haben ihre Maßnahmen zur Erkennung und Behandlung von Sepsis ausgeweitet. Wie die Kliniken mitteilen, ist der kommunale Klinikverbund seit Beginn des Jahres Mitglied im Deutschen Qualitätsbündnis Sepsis und setzt damit auf wissenschaftlich fundierte Qualitätsentwicklung, Fortbildung und optimierte Behandlungsabläufe. Ziel ist es, lebensbedrohliche Sepsis-Verläufe früher zu erkennen und die Patientensicherheit weiter zu erhöhen.

Eine Sepsis kann sich aus einer zunächst unauffälligen Infektion innerhalb weniger Stunden zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung entwickeln. Entscheidend für die Behandlung ist daher eine möglichst frühe Diagnose und ein schneller Beginn der medizinischen Therapie.

Zu den möglichen Warnzeichen gehören unter anderem ein plötzlich starkes Krankheitsgefühl, hohes Fieber oder eine ungewöhnlich niedrige Körpertemperatur, Schüttelfrost, Verwirrtheit, ausgeprägte Schwäche, Atemnot sowie kalte oder marmorierte Haut. Auch eine schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands kann auf eine Sepsis hinweisen.

Nach Angaben der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg werden jährlich rund 100 Patientinnen und Patienten mit einer Sepsis behandelt. Die Erkrankung entsteht durch eine überschießende Reaktion des Körpers auf eine Infektion und kann verschiedene Organsysteme beeinträchtigen.

Qualitätsbündnis unterstützt klinische Weiterentwicklung

Mit der Mitgliedschaft im Deutschen Qualitätsbündnis Sepsis erhalten die Kreiskliniken Zugang zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, fachlicher Unterstützung und regelmäßigen Fortbildungsangeboten. Zudem werden Behandlungsdaten wissenschaftlich ausgewertet. Die Ergebnisse dieser Auswertungen sollen genutzt werden, um Prozesse in Diagnostik und Therapie kontinuierlich weiterzuentwickeln. Für Krankenhäuser ist die systematische Erfassung von Behandlungsergebnissen ein wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements und der Patientensicherheit.

Neben der wissenschaftlichen Begleitung liegt ein Schwerpunkt auf der Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Durch gezielte Fortbildungen sollen Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte noch stärker für die frühzeitige Erkennung von Sepsis sensibilisiert werden.

Dr. med. Stefan Schilling, Ärztliche Leitung Krankenhaushygiene, betont die Bedeutung schneller Entscheidungen bei Sepsisfällen. Durch die Zusammenarbeit im Qualitätsbündnis könnten Abläufe überprüft, verbessert und die Handlungssicherheit im klinischen Alltag erhöht werden.

Die Klinikleitung mit Pelin Meyer und Christoph Dahmen hebt zudem die Bedeutung der öffentlichen Aufklärung hervor. Sepsis werde nicht immer unmittelbar erkannt, weshalb ein stärkeres Bewusstsein für Warnzeichen auch außerhalb der Krankenhäuser notwendig sei.

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