Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg: Signifikantes Wachstum gegen den Branchentrend

Landrat Schellhaas verkündet Fallzahlplus nach Klinik-Neubau – WifOR-Studie belegt regionale Wertschöpfung

Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg blicken trotz der gesundheitspolitischen Umbruchphase auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Im Rahmen des Neujahrsempfangs am 23. Januar 2026 in Groß-Umstadt präsentierte die Klinikleitung eine positive Bilanz: Ein Jahr nach der Inbetriebnahme des neuen Bettenhauses verzeichnet der Standort eine signifikante Steigerung der Fallzahlen. Eine aktuelle ökonomische Studie unterstreicht zudem die Bedeutung der Kliniken als regionaler Wirtschaftsmotor.

Wie die Klinikleitung während des Empfangs vor rund 120 Gästen berichtete, hat sich die Investition in die Infrastruktur am Standort Groß-Umstadt bereits im ersten Jahr des Vollbetriebs ausgezahlt. Landrat Klaus Peter Schellhaas betonte, dass die Erwartungen an den Neubau durch die gestiegene Patientenresonanz erfüllt wurden. Betriebsleiterin Pelin Meyer ergänzte, dass das Haus innerhalb des Clinotel-Verbandes – einem Netzwerk aus 65 Krankenhäusern – die bundesweit stärkste Wachstumsrate bei den Fallzahlen erzielt habe.

Ökonomischer Hebeleffekt: Ein Euro investiert, vier Euro Wertschöpfung

Ein zentrales Thema des Empfangs war die Vorstellung der WifOR-Studie. Diese belegt die hohe fiskalische und ökonomische Relevanz der Kreiskliniken für den Landkreis Darmstadt-Dieburg (1):

Jeder Euro an öffentlicher Förderung löst vier Euro Bruttowertschöpfung in der Region aus. Die Studie entkräftet laut Schellhaas das Argument, nur Großklinika hätten eine Existenzberechtigung. Regionale Häuser wie Groß-Umstadt und Jugenheim seien unverzichtbare Stabilitätsfaktoren für den lokalen Wohlstand.

Strategische Weichenstellungen: Kardiologie und Ambulantisierung

Um der Komplexität des unvermeidbaren Strukturwandels zu begegnen, setzen die Kreiskliniken auf Kooperationen und Prozessanpassungen: Die Partnerschaft mit Siemens Healthineers sowie der Aufbau eines kardiologischen Kompetenzzentrums sollen die medizinische Qualität sichern.

Gastredner Prof. Dr. Andreas Beivers (Hochschule Fresenius) betonte, dass Deutschland trotz hoher Kosten im internationalen Vergleich Effizienzreserven habe. Die Kreiskliniken haben hier bereits reagiert und frühzeitig Strukturen in ihren Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) geschaffen, um ambulante Eingriffe außerhalb der defizitären stationären Rahmenbedingungen wirtschaftlich zu erbringen. Der Strukturwandel sei eine Chance, durch intelligentes Sparen und Prozessoptimierung die Qualität zu steigern, statt lediglich Leistungen zu kürzen. Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg sehen sich durch ihre Strategie der frühen Ambulantisierung und regionalen Vernetzung hierfür gut aufgestellt.

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