Krankenhaus Mainburg ohne beantragte Leistungsgruppen: Aktionsgruppe warne vor Erpressbarkeit der Ilmtalkliniken

Entscheidung des Kreistags gefährde Notfallversorgung und Chancen auf flächendeckende Versorgung im Landkreis Kelheim

Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ hat am 29. Juli 2025 die Entscheidung des Kreistags scharf kritisiert, für das Krankenhaus Mainburg keine Leistungsgruppen mehr zu beantragen. Dies hat nach Einschätzung der Aktionsgruppe weitreichende negative Folgen für die Gesundheitsversorgung der Region.

Ohne Leistungsgruppen verliert das Krankenhaus Mainburg die stationäre klinische Notfallversorgung für rund 43.987 Einwohnerinnen und Einwohner, die innerhalb von 30 Minuten Fahrzeit erreichbar sind. Dies könne bei traumatischen Verletzungen und schweren chirurgischen Erkrankungen lebensentscheidend sein, so die Aktionsgruppe.

Darüber hinaus verhindere die Entscheidung, dass die Ilmtalklinik GmbH angemessen auf die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken geplanten Ausnahmeregelungen im Rahmen der Krankenhausreform reagieren könne. Diese Regelungen zielen auf die Sicherung der flächendeckenden klinischen Versorgung in ländlichen Regionen ab – eine große Chance, die nun vertan werde.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die mögliche Erpressbarkeit der Ilmtalklinik: Die Rahmenbedingungen und die Finanzierung für eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung müssten gemäß Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz individuell mit den gesetzlichen (GKV) und privaten Krankenkassen (PKV) verhandelt werden. Ohne die Alternative eines Krankenhauses werde die Ilmtalklinik hierbei schwach positioniert.

Die Aktionsgruppe warnt, dass scheitern die Verhandlungen um eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung, stehe Mainburg vor dem „NICHTS“ – einer Versorgungslücke, die die Bevölkerung massiv betreffe.