Krankenhaus Bethanien Moers führt neues Screening zur frühzeitigen Erkennung von Mangelernährung ein

Nutritional Risk Screening soll Therapie schneller ermöglichen und Pflege entlasten

Im Krankenhaus Bethanien Moers wird seit Februar 2025 ein neues Verfahren zur frühzeitigen Erkennung von Mangelernährung eingesetzt. Wie das Krankenhaus berichtet, hat die Ernährungsberaterin Merle Faber dort das sogenannte Nutritional Risk Screening (NRS 2002) etabliert. Das Verfahren basiert auf den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Klinische Ernährung und Stoffwechsel und wird bereits bei der stationären Aufnahme angewendet.

Hintergrund ist, dass rund ein Viertel der Patientinnen und Patienten in deutschen Krankenhäusern als mangelernährt gilt. Mangelernährung kann mit längeren Liegezeiten, höheren Komplikationsraten, einer gestörten Wundheilung sowie einer erhöhten Mortalität einhergehen und wirkt sich erheblich auf die Lebensqualität aus. Ziel des neuen Screenings ist es, Risiken frühzeitig zu identifizieren und therapeutische Maßnahmen schneller einzuleiten.

Das Nutritional Risk Screening ist zweistufig aufgebaut. In einem Vorscreening beantworten Pflegefachkräfte gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten vier Fragen, unter anderem zum Body-Mass-Index, zu ungewolltem Gewichtsverlust, zur aktuellen Nahrungsaufnahme sowie zum Vorliegen konsumierender Erkrankungen wie Krebs oder COPD. „Wird eine der vier Fragen mit ,Ja‘ beantwortet, führe ich ein Hauptscreening durch und spreche mit den Patientinnen und Patienten“, erklärt Ernährungsberaterin Merle Faber. Im anschließenden Hauptscreening werden Aspekte wie Gewichtsverlust und Krankheitsschwere detailliert bewertet. Ab einem Score von drei Punkten gilt ein Ernährungsrisiko als gegeben und es wird ein individueller Ernährungsplan erstellt.

Nach Angaben des Krankenhauses bringt das neue Verfahren Vorteile für mehrere Berufsgruppen. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das Screening, dass eine Mangelernährung bereits bei der Aufnahme erkannt und unmittelbar behandelt werden kann. Für die Pflege reduziert sich der Aufwand, da das Vorscreening mit wenigen standardisierten Fragen durchgeführt wird. Ernährungsempfehlungen, etwa der Einsatz von Trinknahrung, werden über ein ärztliches Konsil in die Behandlung integriert.

Parallel zur Einführung des Screenings arbeitet das Krankenhaus an weiteren ernährungsbezogenen Angeboten. So kündigte Merle Faber eine neue Kochbuchreihe mit dem Titel „Bethanien kocht“ an. Die erste Ausgabe soll alltagstaugliche Rezepte für eine günstige und gesunde Ernährung enthalten und Anfang 2026 gegen eine Spende für Patientinnen und Patienten erhältlich sein.

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