KHWE bündelt Chirurgie an zwei Standorten im Kreis Höxter

Kliniken in Höxter und Bad Driburg verzahnen Expertise, Spezialisierung und Medizintechnik

Die KHWE entwickelt ihre chirurgische Versorgung im Kreis Höxter standortübergreifend weiter. Die Kliniken für Allgemein-, Viszeral- und minimalinvasive Chirurgie am St. Ansgar Krankenhaus in Höxter und am St. Josef Hospital in Bad Driburg sollen ihre fachlichen Schwerpunkte künftig enger miteinander verzahnen, um Spezialisierung, moderne Medizintechnik und wohnortnahe Versorgung miteinander zu verbinden.

Im Mittelpunkt der Neuausrichtung steht die gemeinsame medizinische Verantwortung für die chirurgische Versorgung im Kreis Höxter. Prof. Dr. Sameer Dhayat, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und minimalinvasive Chirurgie am St. Ansgar Krankenhaus, und Dr. Florian Dietl, Chefarzt der entsprechenden Klinik am St. Josef Hospital, stimmen die chirurgischen Strukturen der beiden Standorte enger aufeinander ab.

Ziel ist es, die vorhandenen Kompetenzen gezielt zu bündeln und unterschiedliche fachliche Schwerpunkte der beiden Häuser stärker miteinander zu verbinden. Dadurch sollen spezialisierte Leistungen dort konzentriert werden, wo die entsprechende Expertise und technische Ausstattung vorhanden sind, während gleichzeitig eine verlässliche chirurgische Versorgung in der Region erhalten bleiben soll.

Ein zentraler Bestandteil der geplanten Entwicklung ist die Bündelung hochspezialisierter Viszeralchirurgie. Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem Eingriffe an Darm, Magen und Leber sowie Adipositas- und Wiederherstellungschirurgie, Hernien- und Schilddrüsenchirurgie und Proktologie.

Auch der Einsatz moderner Medizintechnik spielt eine wichtige Rolle. Neben minimalinvasiven Verfahren soll insbesondere die roboterassistierte Chirurgie weiterentwickelt werden. Nach Darstellung der KHWE soll die technische Weiterentwicklung dabei mit einer stärkeren Spezialisierung und einer engeren Zusammenarbeit der Standorte verbunden werden.

Die geplante Vernetzung beschränkt sich nicht auf die beiden Krankenhäuser. Auch die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten soll intensiviert werden. Zuweisung, Informationsaustausch und Nachsorge sollen entlang des gesamten Behandlungsverlaufs besser ineinandergreifen.

Welche Anforderungen sich daraus für die chirurgische Versorgung der Region ergeben, war Gegenstand eines Fachdialogs im St. Ansgar Krankenhaus in Höxter. Die beiden Chefärzte diskutierten gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten über die zukünftige Versorgungsstruktur, Spezialisierung, Medizintechnik und sektorenübergreifende Behandlungspfade.

Im Fokus standen dabei auch Fast-Track-Konzepte, mit denen Behandlungsabläufe standardisiert und Patienten nach chirurgischen Eingriffen schneller wieder mobilisiert und in die weitere Versorgung übergeleitet werden sollen. Eine engere Verzahnung zwischen Klinik und Praxis soll zudem dazu beitragen, Übergänge zwischen den Versorgungssektoren zu verbessern.

An der Podiumsdiskussion beteiligten sich neben Prof. Dr. Dhayat und Dr. Dietl die niedergelassenen Ärzte Dr. Wolfgang Avenhaus und Dr. Melanie Rose. Zum Abschluss konnten die Teilnehmer moderne chirurgische Technik kennenlernen und im Rahmen einer Simulation einen OP-Roboter selbst ausprobieren.

Für die KHWE bedeutet die Zusammenarbeit eine stärkere standortübergreifende Organisation der chirurgischen Versorgung. Dabei soll Spezialisierung nicht zu einem Rückzug aus der Fläche führen. Vielmehr sollen die jeweiligen Kompetenzen beider Häuser so miteinander verbunden werden, dass Patienten innerhalb des Klinikum Weser-Egge auf die jeweils passende Expertise zurückgreifen können.