Johanniter Gronau plant Ausbau auf 125 Betten mit 64 Mio. Euro
Niedersachsen stellt Förderung in Aussicht – Notaufnahme, Endoprothetik und Geriatrie sollen ausgebaut werden
Das Johanniter-Krankenhaus Gronau (Leine) bereitet eine umfassende Erweiterung und Modernisierung vor. Das Land Niedersachsen stellt dafür nach Angaben der Johanniter eine Förderung von rund 64 Millionen Euro in Aussicht. Geplant sind unter anderem eine Erweiterung von 111 auf 125 Betten, eine Neuordnung der Zentralen Notaufnahme sowie der Ausbau der medizinischen Schwerpunkte Endoprothetik und Geriatrie. Eine formale Förderbewilligung liegt allerdings noch nicht vor.
Hintergrund der Ausbaupläne ist die veränderte Krankenhauslandschaft in der Region. Nach Schließungen umliegender Krankenhausstandorte habe die Nachfrage in Gronau deutlich zugenommen. Aus Alfeld und Delligsen behandle das Johanniter-Krankenhaus inzwischen beispielsweise dreimal so viele Patientinnen und Patienten wie zuvor, berichtet Geschäftsführer Jörg Buchloh. Auch die Zentrale Notaufnahme verzeichne einen deutlichen Anstieg.
Das Land Niedersachsen sieht deshalb nach Angaben der Johanniter eine Förderung von rund 64 Millionen Euro für die geplante Erweiterung und Modernisierung vor. Gesundheitsminister Andreas Philippi habe die Verantwortlichen bei einem Besuch darin bestärkt, die konzeptionellen Planungen weiter auszuarbeiten.
Bettenzahl soll von 111 auf 125 steigen
Die bisherigen Konzepte sehen eine Erweiterung der stationären Kapazität um 14 auf insgesamt 125 Betten vor. Gleichzeitig soll das medizinische Profil des Standorts weiterentwickelt werden.
Einen Schwerpunkt bildet die Endoprothetik. Nach Angaben des Krankenhauses gehört Gronau bereits zu den niedersächsischen Einrichtungen mit höheren Eingriffszahlen in diesem Bereich. Diese Spezialisierung soll weiter ausgebaut werden. Zusätzlichen Versorgungsbedarf erwartet die Klinik aufgrund der demografischen Entwicklung auch in der Geriatrie.
Zentrale Notaufnahme soll neue Patientenwege erhalten
Ein weiterer Bestandteil der Planungen ist die Neuorganisation der Zentralen Notaufnahme. Derzeit überschneiden sich nach Angaben des Krankenhauses die Wege von Patienten, die durch den Rettungsdienst eingeliefert werden, mit denen von Personen, die die Notaufnahme selbstständig aufsuchen.
Künftig sollen diese Patientenströme stärker voneinander getrennt und die Abläufe entsprechend neu strukturiert werden.
Noch offen ist, in welchem Umfang dafür bestehende Gebäudestrukturen modernisiert oder Neubauten errichtet werden. Auch Maßnahmen zum Hitzeschutz sollen in die Planung einfließen.
Förderbescheid voraussichtlich erst 2027
Die angekündigten 64 Millionen Euro sind noch nicht formal bewilligt. Zunächst muss das Krankenhaus ein konkretes Konzept vorlegen. Mit einer endgültigen Förderentscheidung wird nach Angaben der Johanniter voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027 gerechnet.
Auch nach einer Bewilligung ist mit einem längeren Planungshorizont zu rechnen. Geschäftsführer Buchloh geht davon aus, dass bis zum Beginn konkreter Baumaßnahmen noch zwei bis drei Jahre vergehen könnten.




