Helios bündelt Klinikstandorte in Nienburg – 30 Millionen Euro Förderung
Bund und Land finanzieren Konzentration der akutstationären Versorgung und Umzug aus Stolzenau
Die Helios Kliniken Mittelweser bündeln ihre akutstationäre Versorgung künftig am Standort Nienburg. Bund und Land Niedersachsen fördern den Umbau und die Erweiterung des Klinikstandorts mit insgesamt 30 Millionen Euro aus dem Transformationsfonds. Der Bauantrag ist eingereicht, der Baubeginn für 2027 vorgesehen und der vollständige Umzug der bislang in Stolzenau angesiedelten Fachabteilungen soll bis 2030 abgeschlossen sein.
Mit der Förderung schaffen die Helios Kliniken Mittelweser die baulichen Voraussetzungen für die geplante Konzentration ihrer medizinischen Leistungen. Von den 30 Millionen Euro kommen 21 Millionen Euro aus Bundesmitteln des Transformationsfonds, weitere 9 Millionen Euro übernimmt das Land Niedersachsen.
Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi übergab den Förderbescheid persönlich an die Regionalgeschäftsführung und die Klinikleitung. Er bezeichnete die Konzentration am Standort Nienburg als wichtigen Schritt zur Sicherung der wohnortnahen Versorgung im Landkreis. Gleichzeitig könnten durch den Abbau von Doppelstrukturen langfristig Kosten gesenkt werden.
Das Gesamtvorhaben umfasst sowohl die Erweiterung des bestehenden Klinikgebäudes als auch umfangreiche Umbauten im Bestand. Neben dem Haupteingang soll ein neuer Gebäudeteil parallel zur heutigen Verwaltung entstehen. Zusätzlich ist eine Aufstockung um ein weiteres Geschoss vorgesehen, die sich an der bestehenden Station 7 orientiert.
Der überwiegende Teil der baulichen Maßnahmen soll innerhalb des vorhandenen Gebäudebestands realisiert werden. Perspektivisch sollen sämtliche Fachabteilungen des bisherigen Standorts Stolzenau nach Nienburg verlagert werden. Damit entsteht an einem Standort ein breites medizinisches Leistungsspektrum, das nach Angaben von Helios zugleich auf die künftigen Anforderungen der Krankenhausreform ausgerichtet werden soll.
Vom Standort Stolzenau sollen unter anderem die Geriatrie und die multimodale Schmerztherapie nach Nienburg verlagert werden. Diese Angebote sollen bis zum Abschluss der Standortkonzentration weiterentwickelt werden. Durch die räumliche Zusammenführung der Fachbereiche sollen insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Versorgung von Patienten mit komplexen Krankheitsbildern verbessert werden.
Klinikgeschäftsführer Matthias Hahn verweist dabei unter anderem auf das Alterstraumazentrum. Gerade bei älteren Patienten mit mehreren Erkrankungen könne die engere räumliche und organisatorische Verzahnung verschiedener Fachdisziplinen Vorteile bringen.
Regionalgeschäftsführer Johannes Rasche sieht die Konzentration als Grundlage für eine langfristig leistungsfähige stationäre Versorgung in der Region. In Nienburg soll ein breites und hochspezialisiertes medizinisches Angebot entstehen. Die Standortentscheidung steht damit zugleich im Kontext der bundesweiten Krankenhausreform, die eine stärkere Konzentration und Spezialisierung von Krankenhausleistungen vorsieht.
Der Bauantrag für das Gesamtprojekt wurde bereits eingereicht. Der Baustart ist für 2027 geplant. Nach derzeitiger Planung soll der gesamte Transformationsprozess einschließlich des Umzugs der Fachabteilungen von Stolzenau nach Nienburg bis 2030 abgeschlossen sein.




