Heilig Geist Krankenhaus in Boppard stellt sich neu auf: Chirurgie und Zentrale Notaufnahme schließen
Restrukturierung im GK-Mittelrhein: Klinikstandort fokussiert Kernkompetenzen als Regioklinik – Umwandlung der Intensivstation in eine IMC-Einheit und Etablierung eines Erstversorgungsteams
Das Heilig Geist Krankenhaus in Boppard, einer von insgesamt fünf Standorten des Gemeinschaftsklinikums (GK) Mittelrhein, passt sein Leistungsspektrum grundlegend an die sich wandelnden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an. Wie die Klinikleitung mitteilte, dienen die Maßnahmen der langfristigen Sicherung des Standorts. Im Zuge dieser strategischen Neuausrichtung wird die klassische Chirurgie am Standort Boppard geschlossen. Das Haus fokussiert sich stattdessen zukünftig noch stärker auf seine etablierten medizinischen Schwerpunkte: Geriatrie, Innere Medizin, Psychosomatik, Wundmedizin und Plastische Chirurgie.
Laut Eva Reichert, Kaufmännische Direktorin, verfügt das Team in diesen fünf Kernbereichen über jahrzehntelange Erfahrung und hohe fachliche Kompetenz, die im Sinne einer „Regioklinik“ weiter ausgebaut werden sollen. Die chirurgische Versorgung wird innerhalb des Klinikverbundes neu geordnet. Das gesamte Spektrum der Unfallchirurgie (inklusive Schwerstverletzungsartenverfahren, regionalem Traumazentrum und Zentrum für Querschnittlähmung) steht den Patienten am Ev. Stift St. Martin in Koblenz zur Verfügung. Das allgemein- und viszeralchirurgische Behandlungsspektrum wird hingegen in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Kemperhofs in Koblenz abgebildet.
Die bisherige Intensivstation wird in eine IMC-Einheit umgewandelt. Diese dient der engmaschigen Überwachung und intensiveren Betreuung von Patienten, die keine vollumfängliche intensivmedizinische Behandlung mehr benötigen. Die klassische Zentrale Notaufnahme des Krankenhauses wird geschlossen. Für akute, schmerzhafte, aber ausdrücklich nicht lebensbedrohliche „Alltagsnotfälle“ steht ganzjährig rund um die Uhr ein Erstversorgungsteam bereit. Bei lebensbedrohlichen Symptomen (wie Atemnot, Brustschmerzen oder Schlaganfallverdacht) verweist das Klinikum auf den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112.
Die Geschäftsführung des GK-Mittelrhein sieht in der Bündelung der medizinischen Angebote eine notwendige Anpassung an die aktuellen Entwicklungen im Krankenhauswesen. Durch die Konzentration auf ausgewählte Fachbereiche sollen vorhandene Kompetenzen gestärkt und die Versorgung in der Region langfristig abgesichert werden. Mit der Neuausrichtung setzt das Heilig Geist Krankenhaus auf eine stärkere Profilbildung als Regioklinik. Die medizinischen Schwerpunkte sollen weiterentwickelt und die fachliche Expertise der Teams vor Ort gezielt genutzt werden. Damit reagiert der Standort auf die zunehmende Konzentration medizinischer Leistungen und die steigenden Anforderungen an personelle und strukturelle Voraussetzungen in der Krankenhausversorgung.




