Hanseklinikum Stralsund investiert 13 Millionen Euro in Psychiatrie
Land Mecklenburg-Vorpommern fördert Sanierung von Haus 24 mit 11,5 Millionen Euro – erste Patienten sollen im vierten Quartal einziehen
Das Helios Hanseklinikum Stralsund hat nach vierjähriger Bauzeit das umfassend sanierte Haus 24 am Krankenhaus West eröffnet. Mehr als 13 Millionen Euro wurden in den denkmalgeschützten Gebäudetrakt der Erwachsenenpsychiatrie investiert, davon 11,5 Millionen Euro aus Fördermitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Künftig werden dort unter anderem die Gerontopsychiatrie sowie Patienten mit Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen versorgt.
Das Helios Hanseklinikum Stralsund hat einen wichtigen Bauabschnitt seines langfristigen Psychiatriekonzeptes abgeschlossen. Nach vier Jahren Sanierung steht das denkmalgeschützte Haus 24 am Krankenhaus West kurz vor der Inbetriebnahme.
Die Gesamtinvestition beläuft sich nach Angaben des Klinikums auf mehr als 13 Millionen Euro. Einen wesentlichen Teil der Finanzierung übernimmt das Land Mecklenburg-Vorpommern: Die Landesregierung stellte für das Projekt 11,5 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung.
Mehr als 40 Unternehmen und Planer waren an der Sanierung beteiligt. In den kommenden Wochen sollen noch Restarbeiten abgeschlossen und die Umzüge durchgeführt werden. Die ersten Patienten sollen im vierten Quartal 2026 in den neuen Räumlichkeiten behandelt werden.
Gerontopsychiatrie und Traumafolgestörungen ziehen in Haus 24
In das sanierte Gebäude ziehen die Psychiatrische Tagesklinik und Institutsambulanz für Gerontopsychiatrie sowie die Station 54 für Patienten mit Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen ein.
Zusätzlich wurden Büroflächen sowie neue, helle Therapieräume geschaffen. In der Alterspsychiatrie sollen durch die räumliche Verbindung von Station und Tagesklinik zusätzliche Synergien entstehen. Beide Bereiche werden künftig über einen verglasten Verbindungsgang miteinander verbunden.
Priv.-Doz. Dr. med. Deborah Janowitz, Chefärztin der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, sieht darin bessere Voraussetzungen für die Weiterentwicklung medizinischer und therapeutischer Angebote.
Gerade die Gerontopsychiatrie sowie die Behandlung von Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen benötigten räumliche Bedingungen, die moderne Behandlungskonzepte unterstützten.
Land finanziert Großteil der Investition
Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese sieht die Investition als wichtigen Beitrag zur psychiatrischen Versorgung in der Region.
Mit der Sanierung würden zeitgemäße Bedingungen für unterschiedliche Patientengruppen geschaffen. Gleichzeitig müsse psychiatrische Versorgung auch das familiäre und soziale Umfeld der Betroffenen berücksichtigen.
Klinikgeschäftsführer Michael Kabiersch bezeichnet die Sanierung als klares Bekenntnis zur Versorgung psychischer Erkrankungen in der Region. Die neuen Räumlichkeiten verbesserten die Rahmenbedingungen sowohl für Patienten als auch für die Beschäftigten.
Mit einem Landesanteil von 11,5 Millionen Euro werden rund 88 Prozent der Investitionssumme von mehr als 13 Millionen Euro über Fördermittel abgedeckt.
Denkmalschutz und moderne Klinikstrukturen verbunden
Eine besondere Herausforderung bestand nach Angaben des Klinikums darin, die Anforderungen einer modernen psychiatrischen Versorgung mit der historischen Bausubstanz zu verbinden.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und war bis 2016 Standort der Altersmedizin. Diese wurde anschließend gemeinsam mit der Onkologie in das Krankenhaus am Sund verlagert.
Im Zuge der Sanierung wurde Haus 24 technisch umfassend modernisiert. Unter anderem wurden rund 30 Kilometer Kabel und Datenleitungen sowie 4,5 Kilometer Leitungen für Heizung, Sanitär und Lüftung verlegt.
Zugleich blieb die historische Gebäudestruktur erhalten. Für Alexander Buschdorf, Leiter der Betriebstechnik, steht das Projekt deshalb auch für die nachhaltige Weiterentwicklung vorhandener Krankenhausinfrastruktur anstelle eines vollständigen Neubaus.
Erster großer Bauabschnitt des Psychiatriekonzeptes abgeschlossen
Die Sanierung ist Bestandteil eines umfassenden Psychiatriekonzeptes des Hanseklinikums, dessen Grundlagen bereits 2016 gelegt wurden. Das Konzept geht maßgeblich auf den damaligen Chefarzt Harald J. Freyberger und sein Team zurück.
Mit Haus 24 steht nun der erste große Bauabschnitt dieses langfristigen Konzeptes vor dem Abschluss.
Das Projekt besitzt dabei über den einzelnen Klinikstandort hinaus Bedeutung für die regionale Versorgung. Stralsund gehört neben Schwerin und Rostock zu den drei großen Psychiatrie-Standorten in Mecklenburg-Vorpommern.
Mit der Investition werden die psychiatrischen Strukturen am Krankenhaus West weiter modernisiert und insbesondere die Voraussetzungen für gerontopsychiatrische sowie spezialisierte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlungen verbessert.




