Freigemeinnützige Kliniken fordern trägerneutrale Finanzierung

Josefs-Gesellschaft, Cellitinnen, DRK Kliniken Berlin und AGAPLESION kritisieren zusätzliche öffentliche Zuschüsse ausschließlich für kommunale Krankenhäuser

Vier freigemeinnützige Krankenhausträger fordern eine trägerneutrale Ausgestaltung der Krankenhausfinanzierung. Die Josefs-Gesellschaft, die Stiftung der Cellitinnen, die DRK Kliniken Berlin und AGAPLESION kritisierten bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin, dass kommunale Krankenhäuser zusätzliche öffentliche Zuschüsse erhalten können, während freigemeinnützige Häuser mit vergleichbaren Versorgungsaufträgen davon vielfach ausgeschlossen seien.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 25. September stand die unterschiedliche finanzielle Unterstützung von Krankenhäusern abhängig von ihrer Trägerschaft. Nach Auffassung der beteiligten Träger gefährden unterschiedliche Finanzierungsbedingungen langfristig die Trägervielfalt im Krankenhausmarkt.

Foto: Pressekonferenz: AGAPLESION gAG, DRK Kliniken Berlin, Stiftung der Cellitinnen, Josefs Gesellschaft

Die Verbände und Unternehmen stellen dabei klar, dass sie keine Kürzung der Unterstützung kommunaler Krankenhäuser verlangen. Gefordert werde vielmehr eine transparente, bedarfsgerechte und trägerneutrale Finanzierung für Krankenhäuser, die vergleichbare Aufgaben in der Versorgung übernehmen.

Kölner Initiative kritisiert kommunale Zuschusspraxis

Als Beispiel führten die Josefs-Gesellschaft und die Stiftung der Cellitinnen die Situation in Köln an. Beide gehören zur Initiative „Fair ist gesund“. Nach deren Darstellung unterstützt die Stadt Köln ihre eigenen Kliniken seit Jahren mit zusätzlichen Finanzmitteln, während freigemeinnützige Krankenhäuser keine vergleichbare kommunale Förderung erhalten.

Die beteiligten freigemeinnützigen Häuser stellen nach Angaben der Initiative annähernd die Hälfte der Krankenhausbetten in Köln und behandeln einen großen Anteil der stationären Patienten. Vor diesem Hintergrund kritisieren die Träger eine finanzielle Differenzierung allein aufgrund der Eigentümerstruktur.

„Wer einen wesentlichen Teil der Versorgung trägt, darf bei der Finanzierung nicht außen vor bleiben“, erklärte Stephan Prinz, Vorstand der Josefs-Gesellschaft.

Träger sehen bundesweites Finanzierungsproblem

Mit der gemeinsamen Pressekonferenz wollen die vier Krankenhausträger die Diskussion über Köln hinaus ausweiten. Sie sehen die unterschiedliche finanzielle Unterstützung kommunaler und freigemeinnütziger Krankenhäuser als bundesweites Problem.

Aus ihrer Sicht sollte die öffentliche Unterstützung stärker an Versorgungsaufgaben und tatsächlichem Finanzierungsbedarf ausgerichtet werden und nicht an der jeweiligen Trägerschaft eines Krankenhauses.

AGAPLESION gAG, DRK Kliniken Berlin, Stiftung der Cellitinnen, Josefs Gesellschaft gAG
Politischer Schulterschluss gegen unfaire Krankenhausfinanzierung – Aufzeichnung der Pressekonferenz am 25.09.2026