BG Kliniken schaffen neue Stabsstelle für Resilienz und Krisenmanagement
Klinikverbund reagiert auf steigende Anforderungen bei Cybersecurity, Katastrophenschutz und Versorgungssicherheit
Die BG Kliniken bauen ihr konzernweites Krisenmanagement aus und haben eine neue Stabsstelle für Resilienz und Krisenmanagement eingerichtet. Mit dem Schritt will der Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung seine organisatorische Widerstandsfähigkeit stärken und die medizinische Versorgung auch unter außergewöhnlichen Krisenbedingungen absichern.
Die neu geschaffene Einheit soll die strategische Weiterentwicklung des Krisenmanagements an allen Standorten koordinieren und bestehende Strukturen im Bereich Notfall-, Katastrophen- und Risikomanagement enger miteinander verzahnen. Ziel ist es, den gesetzlichen Versorgungsauftrag der BG Kliniken auch bei besonderen Einsatzlagen, Cyberangriffen oder anderen Krisenszenarien zuverlässig aufrechterhalten zu können.
Die Leitung der neuen Stabsstelle übernimmt Prof. Dr. Dr. Michael Kreinest, der bereits die Stabsstelle für Katastrophenmedizin der BG Klinik Ludwigshafen verantwortet. Unterstützt wird er von Dr. Regina Wiedemann, die innerhalb des Klinikverbundes zudem für das Risikomanagement zuständig ist.

Dr. Regina Wiedemann (links) und Prof. Dr. Dr. Michael Kreinest (rechts)
Foto: BG Kliniken
Nach Angaben der BG Kliniken soll die neue Organisationseinheit ein konzernweit abgestimmtes Vorgehen etablieren, regulatorische Anforderungen bündeln und klare Verantwortlichkeiten schaffen. Dabei geht es nicht nur um die Bewältigung akuter Krisenlagen, sondern auch um die langfristige Stärkung der Resilienz kritischer Versorgungsstrukturen.
Auslöser für die Einrichtung der Stabsstelle sind die zunehmenden gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen an Einrichtungen der kritischen Infrastruktur. Hierzu zählen unter anderem das BSI-Gesetz, die europäische NIS2-Richtlinie zur Cybersicherheit sowie die CER-Richtlinie zur Resilienz kritischer Einrichtungen. Darüber hinaus gewinnen branchenspezifische Sicherheitsstandards für medizinische Einrichtungen sowie Anforderungen aus dem Zivil- und Katastrophenschutz zunehmend an Bedeutung.
Vor dem Hintergrund wachsender Cyberbedrohungen, geopolitischer Unsicherheiten und steigender Anforderungen an die Notfallvorsorge stehen Krankenhäuser deutschlandweit vor der Aufgabe, ihre Krisen- und Reaktionsfähigkeit systematisch auszubauen. Insbesondere Einrichtungen mit Versorgungsaufträgen im Bereich der Schwerverletztenversorgung und Notfallmedizin müssen dabei eine hohe Betriebssicherheit gewährleisten. Die BG Kliniken sehen in der neuen Stabsstelle einen organisatorischen Rahmen, um diese Herausforderungen konzernweit zu adressieren. Neben der Erfüllung regulatorischer Vorgaben soll die praktische Handlungsfähigkeit in Krisenlagen gestärkt werden.
Für das Krankenhausmanagement gewinnt das Thema Resilienz zunehmend strategische Bedeutung. Neben klassischen Risikomanagementansätzen rücken dabei Themen wie Cybersecurity, Business Continuity Management, Krisenkommunikation und Versorgungssicherheit stärker in den Fokus. Die Entscheidung der BG Kliniken verdeutlicht den Trend, Krisenresilienz als eigenständige Führungs- und Steuerungsaufgabe im Gesundheitswesen zu etablieren.




