Berliner Krankenhaus Waldfriede startet Schutzschirmverfahren
Nachhaltige Sanierung des Klinikbetriebs im Fokus
Der Vorstand des Vereins Krankenhaus Waldfriede e.V. hat beim Amtsgericht Charlottenburg einen Antrag auf Restrukturierung im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens gestellt. Ziel dieses Verfahrens ist die schnellstmögliche und nachhaltige Sanierung des Krankenhauses. Der Klinikbetrieb bleibt während der gesamten Restrukturierungsphase mit allen 700 Beschäftigten uneingeschränkt aufrechterhalten. Die Sanierung wird von Experten der Sozietät Wellensiek, insbesondere den Fachanwälten für Insolvenz- und Sanierungsrecht, Christopher Seagon und Stefan Hofherr, begleitet, die als Generalbevollmächtigte bestellt wurden.
Gemeinsames Ziel von Vorstand und Sanierungsexperten ist es nun, das Krankenhaus zu restrukturieren und wieder in die schwarzen Zahlen zu führen. „Wir gehen gut vorbereitet in das Verfahren und werden in den kommenden Wochen verschiedene Optionen sehr genau prüfen, mit denen wir uns wieder zukunftsgerecht aufstellen werden“, beschreibt Bernd Quoß, Vorstand des Vereins Krankenhaus Waldfriede, die anstehenden Aufgaben. Der Klinikbetrieb wird uneingeschränkt fortgeführt, für die Patienten werden sämtliche Behandlungen und Therapien weiterhin unter den höchsten Qualitätsstandards durchgeführt. „Die Finanzierung dafür ist gesichert. Unsere Patientinnen und Patienten werden von dem Verfahren nichts spüren“, erläutert Quoß.
Christopher Seagon sieht gute Chancen für eine erfolgreiche Sanierung des Krankenhauses. „Wir möchten das Sanierungsverfahren schnellstmöglich abschließen. Nach jetzigem Stand gehen wir davon aus, dass dies bereits im späteren Frühjahr 2025 soweit sein kann“, ergänzt Seagon. Er hofft, dass bis dahin auch die politischen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der überfälligen Krankenhausreform geklärt sind und die Krankenhäuser in Deutschland weitestgehend Klarheit über wichtige Finanzierungskomponenten des Klinikbetriebes bekommen.
Der Antrag war aus verschiedenen Gründen notwendig. Wesentlich waren die erheblichen Preissteigerungen vor allem in den Bereichen Energie, Unterhalt von Gebäuden und medizinischen Geräten und beim (Leasing-)Personal. Die Vergütung der medizinischen Leistung – vor allem über die Fallpauschalen, über die sich die Kliniken maßgeblich finanzieren – wurden nicht im erforderlichen Umfang angepasst.
Überdies musste das Krankenhaus Waldfriede aufgrund seiner Leistungsentwicklung in den letzten zwölf Jahren rund 9 Millionen Euro an Patienteneinnahmen im Rahmen der Mehrleistungsabschläge wieder zurückzahlen, was zu einer zusätzlichen erheblichen Belastung führte…






