BBT-Gruppe verteidigt Konzentration der stationären Versorgung am Diako

Träger weist Kritik an der Schließung des Theresienkrankenhauses zurück und sieht Zentralisierung als zukunftsfähige Lösung für Mannheim

Die BBT-Gruppe hat Kritik an der geplanten Schließung des Mannheimer Theresienkrankenhauses entschieden zurückgewiesen und die Zusammenführung der stationären Versorgung am Standort Diako als notwendigen Schritt für eine zukunftsfähige Krankenhausstruktur in Mannheim bezeichnet. Anlass ist eine aktuelle Berichterstattung des Mannheimer Morgen (1), in der ein früherer Chefarzt des Theresienkrankenhauses die Entscheidung scharf kritisiert hatte.

Wie die BBT-Gruppe mitteilt, sei die Bündelung der stationären Leistungen vor dem Hintergrund der Krankenhausreform, des anhaltenden Kostendrucks und tiefgreifender struktureller Veränderungen im Gesundheitswesen unausweichlich. Dr. Ulrike Heesemann, Regionalleiterin der BBT-Gruppe für Mannheim, erklärt, die Kritik gehe an den realen Rahmenbedingungen des Jahres 2026 vorbei. Sie verweist auf stark gestiegene Sach- und Betriebskosten, den fortschreitenden Trend zur Ambulantisierung medizinischer Leistungen, den wachsenden Fachkräftemangel sowie den steigenden Bedarf an Spezialisierung.

Heesemann betont, die Entscheidung sei keineswegs kurzfristig gefallen. Bereits Ende 2025 habe die BBT-Gruppe darüber informiert, dass die seit längerem geplante Bündelung der stationären Versorgung am Diako auf das Jahr 2026 vorgezogen werde. Gleichzeitig seien die Mitarbeitervertretung und die Belegschaft frühzeitig über die Ergebnisse der Sozialplanverhandlungen informiert worden. Ziel sei es gewesen, betriebsbedingte Kündigungen für Pflegefachpersonen und Pflegehelfer mit mindestens einjähriger Ausbildung in der direkten Patientenversorgung zu vermeiden. Die Gespräche mit der Mitarbeitervertretung würden seit Mitte Januar fortgeführt, parallel liefen die organisatorischen Vorbereitungen zur Zusammenführung der stationären Angebote.

Auch aus wirtschaftlicher Sicht hält die BBT-Gruppe die Konzentration für alternativlos. Dr. Frank Zils, Sprecher der Geschäftsführung der BBT-Gruppe, verweist darauf, dass eine Sanierung des Theresienkrankenhauses nach heutigem Stand Renovierungskosten in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe verursachen würde, verbunden mit einem erheblichen Eigenanteil. Demgegenüber entspreche das Diako bereits einem modernen baulichen und technischen Standard. Vor diesem Hintergrund sei die Fokussierung auf den Standort Diako der „machbare und vernünftige Weg“.

Die Medizinstrategie des Brüderklinikums Julia Lanz sieht vor, die stationären Leistungen künftig in hochspezialisierten Zentren zu bündeln und am Standort des heutigen Diako zu konzentrieren. Dafür soll das bestehende Gebäude baulich erweitert werden, um ausreichend Kapazitäten für alle Fachabteilungen zu schaffen. Nach Angaben der BBT-Gruppe seien diese Entscheidungen das Ergebnis umfassender Analysen und langfristiger Planungen.

Zugleich weist der Träger darauf hin, dass freigemeinnützige Krankenhäuser besonderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unterliegen. Gewinne müssten vollständig reinvestiert werden, Rücklagen in größerem Umfang könnten nicht gebildet werden. Entgegen verbreiteter Annahmen erhielten kirchliche Einrichtungen zudem keine Mittel aus Kirchensteuern oder Bistümern. Auch innerhalb der BBT-Gruppe arbeiteten die einzelnen Häuser wirtschaftlich eigenständig, eine Quersubventionierung finde nicht statt.

Die kaufmännische Direktorin des Brüderklinikums Julia Lanz, Julia Bergmann, bekräftigt, die Zentralisierung sei notwendig, um den wirtschaftlichen und gesetzlichen Anforderungen langfristig gerecht zu werden. Die BBT-Gruppe befinde sich hierzu seit September in einem kontinuierlichen und vertrauensvollen Austausch mit dem Gesundheitsministerium Baden-Württemberg, der Stadt Mannheim, dem Universitätsklinikum sowie weiteren regionalen Akteuren. Ziel bleibe eine verlässliche und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung in Mannheim.

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