Asklepios und Kantonsspital Baden bauen strategische Einkaufspartnerschaft in der Schweiz auf

Geplante Asklepios Swiss Supply AG soll Einkauf, Logistik und Supply Chain für Schweizer Spitäler neu organisieren

Das Kantonsspital Baden (KSB) und der deutsche Gesundheitskonzern Asklepios wollen die Strukturen für Einkauf, Logistik und Supply Chain im Schweizer Gesundheitswesen grundlegend weiterentwickeln. Mit einer unterzeichneten Absichtserklärung schaffen beide Partner die Grundlage für eine strategische Einkaufspartnerschaft. Perspektivisch soll mit der Asklepios Swiss Supply AG eine eigenständige Gesellschaft entstehen, die ihre Leistungen auch weiteren Schweizer Spitälern und Gesundheitseinrichtungen anbieten könnte.

Im Mittelpunkt der geplanten Zusammenarbeit stehen die zunehmenden Herausforderungen im Spitaleinkauf. Steigende Kosten, volatile Märkte, Lieferengpässe und wachsende regulatorische Anforderungen setzen die bisherigen Einkaufs- und Logistikstrukturen zunehmend unter Druck. KSB und Asklepios wollen deshalb Beschaffung und Supply Chain stärker strategisch ausrichten und zugleich Digitalisierung, Automatisierung und Standardisierung vorantreiben.

Einkauf soll zum strategischen Werttreiber werden

Nach den Vorstellungen der beiden Partner soll der Einkauf künftig deutlich über seine klassische operative Funktion hinausgehen. Prozesse in Einkauf, Logistik und Supply Chain sollen gemeinsam analysiert und gezielt weiterentwickelt werden. Ziel ist ein integriertes Versorgungskonzept, mit dem Kosten transparenter gesteuert, Abläufe effizienter gestaltet und die Versorgungssicherheit verbessert werden können.

Elmi Osman, COO des Kantonsspitals Baden, sieht in Asklepios einen Partner mit umfangreicher Erfahrung im Einkauf und Supply-Chain-Management. Die Zusammenarbeit solle dazu beitragen, Qualität, Wirtschaftlichkeit und Resilienz der Beschaffungsstrukturen zu stärken. Der Einkauf soll damit langfristig stärker als strategischer Erfolgsfaktor für die Patientenversorgung positioniert werden.

Auch Frédéric Stalder, Leiter Einkauf und Logistik des KSB, betont die strategische Dimension der Kooperation. Gemeinsam mit Asklepios sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, den Einkauf weiterzuentwickeln, die Versorgungssicherheit zu stärken und Digitalisierungsmöglichkeiten konsequenter zu nutzen.

Asklepios plant eigene Gesellschaft für den Schweizer Markt

Ein zentraler Bestandteil der geplanten Zusammenarbeit ist der Aufbau der Asklepios Swiss Supply AG. Die Schweizer Gesellschaft soll eigenständig für Einkauf, Handel, Logistik und Supply Chain tätig werden und die Erfahrungen des deutschen Asklepios-Konzerns im Schweizer Gesundheitswesen bündeln.

Neben dem Abschluss von Rahmenverträgen für Schweizer Spitäler und Gesundheitseinrichtungen soll die Gesellschaft moderne Beschaffungs- und Logistikstrukturen etablieren. Damit deutet sich zugleich eine Ausweitung des Geschäftsmodells über die Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Baden hinaus an.

Für Asklepios könnte die Schweiz damit zu einem zusätzlichen Markt für seine im deutschen Konzern etablierten Einkaufs- und Versorgungsstrukturen werden. Gebündelte Einkaufsvolumina, standardisierte Prozesse, Zentrallager und digitale Beschaffungs- und Steuerungssysteme sollen dazu beitragen, Effizienz und Versorgungssicherheit miteinander zu verbinden.

Von der Beschaffung bis zur digitalen Supply Chain

Asklepios bringt nach eigenen Angaben umfangreiche Erfahrungen aus dem strategischen und operativen Einkauf sowie aus Beschaffungslogistik und Lieferkettenmanagement ein. Dazu zählen unter anderem Handels- und Lieferkettenmanagement, automatisierte Lager- und Logistikprozesse, digitale Beschaffungssysteme, Stammdaten- und Prozessmanagement sowie Vertrags- und Vergabemanagement.

Der Konzern verfügt nach eigenen Angaben über rund 160 Gesundheitseinrichtungen und mehr als 70.000 Beschäftigte. Die geplante Kooperation mit dem KSB soll diese Erfahrungen nun gezielt für die Anforderungen eines Schweizer Kantonsspitals nutzbar machen.

Janis Gadanac, Konzernbereichsleiter Einkauf und Versorgung der Asklepios-Gruppe und Geschäftsführer der Asklepios Grosshandelsgesellschaft, bezeichnet die Absichtserklärung als wichtigen Meilenstein für den weiteren Aufbau der Aktivitäten in der Schweiz. Perspektivisch soll die Kompetenz auch weiteren Spitälern und Gesundheitseinrichtungen zugänglich gemacht werden.

Versorgungssicherheit wird zum strategischen Ziel

Die Kooperation fällt in eine Phase, in der Krankenhäuser ihre Lieferketten angesichts von Kostensteigerungen, Lieferengpässen und zunehmenden regulatorischen Anforderungen widerstandsfähiger aufstellen müssen. Für die Spitalbetreiber wird der Einkauf damit zunehmend zu einer Frage der strategischen Unternehmenssteuerung.

KSB und Asklepios verbinden deshalb wirtschaftliche Ziele ausdrücklich mit der Versorgungssicherheit. Die Beschaffung soll effizienter und digitaler werden, ohne die Qualität der Versorgung zu beeinträchtigen. Verlässlichere Lieferketten und optimierte Logistikstrukturen sollen zugleich die patientennahen Teams im klinischen Alltag entlasten.

Mit der geplanten Asklepios Swiss Supply AG könnte daraus ein über das einzelne Kantonsspital hinausreichendes Modell entstehen. Ob und in welcher Form die Gesellschaft tatsächlich gegründet wird und welche weiteren Schweizer Spitäler sich dem Modell anschließen, bleibt dem weiteren Verlauf der Kooperation vorbehalten.

Ein strategischer Schritt über den klassischen Einkauf hinaus

Die Absichtserklärung zwischen dem Kantonsspital Baden und Asklepios markiert damit mehr als eine klassische Einkaufskooperation. Sie verbindet die Bündelung von Beschaffungsvolumen mit Digitalisierung, Logistik, Prozessmanagement und Supply-Chain-Steuerung.

Für Asklepios eröffnet sich zugleich die Möglichkeit, die eigene Einkaufskompetenz und die bestehenden Strukturen über den deutschen Markt hinaus zu vermarkten. Für Schweizer Spitäler könnte ein solches Modell insbesondere dann interessant werden, wenn es gelingt, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Vorteile miteinander zu verbinden.

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