Altmark-Klinikum: Land und Landkreis sichern Unterstützung zu

Sicherstellungszuschlag und Liquiditätshilfen sollen Standorte Gardelegen und Salzwedel stabilisieren

Am 13. Februar 2026 haben Vertreter der Landesregierung Sachsen-Anhalt und des Altmarkkreises Salzwedel das Altmark-Klinikum in Gardelegen besucht. Im Mittelpunkt des Austauschs mit den Betriebsräten der Standorte Gardelegen und Salzwedel stand die wirtschaftliche Situation der Häuser sowie die Sicherung der wohnortnahen Versorgung. Anlass ist die anhaltende Liquiditätsbelastung des Klinikverbunds.

Wie aus einer Mitteilung zum Termin hervorgeht, nahmen unter anderem Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne, Gesundheitsstaatssekretär und SAH-Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Beck, Landrat Steve Kanitz sowie SAH-Geschäftsführer Jürgen Richter teil. Der Besuch diente dem Austausch über Maßnahmen zur kurzfristigen Liquiditätssicherung und zur strukturellen Stabilisierung der Standorte.

Anspruch auf Sicherstellungszuschlag festgestellt

Nach Angaben der Ministerin wurde bereits im Vorjahr per Bescheid festgestellt, dass die Altmark Klinikum gGmbH grundsätzlich Anspruch auf einen hausindividuellen Sicherstellungszuschlag für bedarfsnotwendige Krankenhäuser im ländlichen Raum hat. Zudem gebe es positive Signale seitens der Krankenkassen hinsichtlich beschleunigter Budgetzahlungen.

Für Krankenhäuser in strukturschwachen Regionen ist der Sicherstellungszuschlag ein zentrales Instrument, um Defizite auszugleichen, die sich aus geringen Fallzahlen und besonderen Versorgungsanforderungen ergeben. Die konkrete Höhe des Zuschlags ist nach Angaben des Landrats noch Gegenstand laufender Verhandlungen mit den Kostenträgern.

Landkreis prüft weitere Liquiditätshilfen

Landrat Kanitz kündigte an, dass der Kreistag über eine weitere Verschiebung der Rückzahlung eines Liquiditätsdarlehens in Höhe von drei Millionen Euro entscheiden werde. Damit soll kurzfristig zusätzlicher finanzieller Spielraum geschaffen werden. Hintergrund ist nach seinen Angaben eine strukturelle Unterfinanzierung der Gesundheitsversorgung, die maßgeblich zur angespannten Liquiditätslage beigetragen habe.

Für das Klinikmanagement bedeutet dies eine parallele Aufgabenstellung: Neben der Sicherung externer Finanzierungsquellen sind interne Maßnahmen zur Kosten- und Leistungssteuerung erforderlich.

Strategieprozess zur strukturellen Stabilisierung

Geschäftsführer Jürgen Richter verwies darauf, dass die Unterstützung durch Land und Landkreis Handlungsspielräume eröffne, jedoch eine systematische Leistungs- und Kostenoptimierung nicht ersetze. Ziel sei ein Maßnahmenpaket, das kurzfristig liquiditätswirksam ist und zugleich die Grundlage für eine langfristig tragfähige Versorgungsstruktur schafft.

Im Rahmen einer laufenden Strategieentwicklung sollen Strukturen überprüft, Prozesse angepasst und das Leistungsportfolio weiterentwickelt werden. Für Krankenhäuser im ländlichen Raum steht damit exemplarisch die Frage im Raum, wie Versorgungsauftrag, Wirtschaftlichkeit und Fachkräftesicherung unter den Bedingungen der bundesweiten Krankenhausreform in Einklang gebracht werden können.

Der Austausch am 13. Februar 2026 markiert damit einen abgestimmten politischen und kommunalen Ansatz zur Stabilisierung der beiden Klinikstandorte in der Altmark.

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