Ärztezentrum Lunden senkt Defizit auf 166.000 Euro

Westküstenkliniken übernehmen Geschäftsführung und stabilisieren ärztliches Angebot

Das kommunale Ärztezentrum Lunden hat sein Defizit 2025 deutlich stärker reduziert als erwartet und zugleich die ärztliche Versorgung weitgehend stabil gehalten. Statt der prognostizierten 240.000 Euro beträgt der kommunale Fehlbetrag 166.000 Euro. Die Westküstenkliniken sehen trotz personeller Veränderungen die ambulante Versorgung vor Ort weiterhin als gesichert an.

Damit fällt das Defizit des Ärztezentrums um 74.000 Euro niedriger aus als ursprünglich kalkuliert. Bereits 2024 hatte der Fehlbetrag bei rund 220.000 Euro gelegen. Für die Gemeinde Lunden und die sieben beteiligten Umlandgemeinden bedeutet die Entwicklung eine geringere finanzielle Belastung bei der Sicherstellung der regionalen hausärztlichen Versorgung.

Ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung ist die Zusammenarbeit mit den Westküstenkliniken. Anfang 2025 hatte der Klinikverbund die Geschäftsführung des kommunalen Ärztezentrums übernommen. Trägerin ist weiterhin die Gemeinde Lunden. Die kommunale Struktur bleibt damit erhalten, während die operative Verantwortung stärker mit einem regionalen Krankenhausverbund verzahnt wird.

Bürgermeister Volker Hamann bewertet die Entwicklung positiv. Die engere Zusammenarbeit mit den Westküstenkliniken zahle sich aus. Gleichzeitig sieht er die Notwendigkeit, die wirtschaftliche Entwicklung weiter zu beobachten und die ambulante Versorgung langfristig abzusichern.

Auch personell konnte das Ärztezentrum Herausforderungen auffangen. Eine Fachärztin fällt aufgrund einer Schwangerschaft vorübergehend aus, zudem wechselte eine Ärztin in Weiterbildung in eine andere Praxis in der Region. Nach Angaben der Westküstenkliniken konnte jedoch bereits im Mai eine neue Fachärztin gewonnen werden.

Das bisherige Leistungsangebot soll dadurch nahezu vollständig aufrechterhalten werden. Um die vorhandenen Kapazitäten besser zu steuern, will das Ärztezentrum künftig stärker mit Terminvergaben arbeiten. Damit sollen Patientenströme gezielter gelenkt und die vorhandenen ärztlichen Ressourcen effizienter eingesetzt werden.

Für die kommenden Jahre ist zudem eine weitere Verstärkung geplant. Nach Angaben von Geschäftsführer Mike Pahnke soll voraussichtlich 2027 ein weiterer Arzt in Weiterbildung im Ärztezentrum eingesetzt werden. Damit soll zugleich Nachwuchs für die ambulante Versorgung gewonnen und die personelle Perspektive des Standorts verbessert werden.

Trotz der aktuell positiven Entwicklung richten sich die Blicke der Verantwortlichen auch auf die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen. Bürgermeister Hamann erwartet durch das vom Bundestag beschlossene Sparpaket zur Stabilisierung der Beitragssätze mögliche Einnahmeausfälle. Welche konkreten Auswirkungen dies auf das Ärztezentrum und dessen Leistungsangebot haben wird, sei derzeit noch offen.

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