Universitätsmedizin Greifswald baut KIS mit Meierhofer weiter aus

Mobile Anwendungen, KI-gestützte Dokumentation und digitale Vernetzung der Standorte Greifswald, Wolgast und Karlsburg im Fokus

Die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) und die Meierhofer AG haben den weiteren Ausbau ihres Krankenhausinformationssystems M-KIS vereinbart. Im Mittelpunkt stehen der klinikweite Einsatz mobiler Anwendungen, neue digitale Prozesse in der Notaufnahme sowie die Prüfung KI-gestützter Funktionen zur medizinischen Dokumentation. Mittelfristig sollen zudem die Versorgungsstandorte Greifswald, Wolgast und Karlsburg stärker digital miteinander vernetzt werden.

Nach zehn Jahren Zusammenarbeit wollen die Universitätsmedizin Greifswald und Meierhofer die Digitalisierung klinischer Arbeitsabläufe weiter vorantreiben. Ein Schwerpunkt liegt auf dem klinikweiten Rollout mobiler Anwendungen für ärztliche und pflegerische Teams.

Die vorgesehenen M-KIS-Apps unterstützen unter anderem Visiten, Pflegedokumentation, Verlaufsberichte und Wunddokumentation. Klinische Informationen sollen damit unmittelbar am Behandlungsort erfasst und abgerufen werden können. Zugleich sollen standardisierte Prozesse und eine einheitlichere Systemnutzung die Arbeitsabläufe vereinfachen.

Auch die Zentrale Notaufnahme soll digital weiterentwickelt werden. Vorgesehen ist eine neue M-KIS-Lösung zur digitalen Triagierung. Dabei sollen erstmals semantisch annotierte Datenmodelle auf Basis sogenannter Semantic Forms eingesetzt werden, um klinische Informationen strukturiert zu erfassen und für weitere Anwendungen nutzbar zu machen.

Für die Intensivmedizin prüfen die Partner darüber hinaus den Einsatz einer neuen webbasierten Patientenkurve, die Informationen über verschiedene Behandlungsbereiche hinweg verfügbar machen soll.

KI-Funktionen zur Zusammenfassung medizinischer Informationen

Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt ist die Integration Künstlicher Intelligenz in klinische Prozesse. Geprüft werden insbesondere Anwendungen wie Medical Summary, mit denen medizinische Informationen strukturiert zusammengefasst werden können.

Zusätzliche KI-Funktionen sollen perspektivisch auch in der Intensivmedizin, Anästhesie und im OP unterstützen. Voraussetzung ist nach Angaben der UMG eine verlässliche strukturierte Datenbasis sowie die Einhaltung von Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen.

Vernetzung von drei Versorgungsstandorten vorgesehen

Mittelfristig soll die Digitalisierung über den Standort Greifswald hinausgehen. Die Partner wollen die Versorgungsstrukturen in Greifswald, Wolgast und Karlsburg stärker miteinander vernetzen und klinische Prozesse standortübergreifend gestalten.

Darüber hinaus wird eine mögliche Pilotierung des von der gematik spezifizierten digital gestützten Laborprozesses (dgLP) geprüft. Dieser soll künftig strukturierte Laborbefunde über die elektronische Patientenakte einrichtungsübergreifend verfügbar und maschinell auswertbar machen.

Die Universitätsmedizin Greifswald nutzt M-KIS seit 2016. Die nun vereinbarten Entwicklungsschritte sollen das System schrittweise von der Unterstützung einzelner klinischer Arbeitsprozesse zu einer Plattform für stärker vernetzte Versorgungsstrukturen weiterentwickeln.