Kreisklinik Roth trennt vorsorglich Internetverbindung – IT-Ermittlungen laufen

Landeskriminalamt führt Ermittlungen nach möglichem externen Zugriff durch – Stationäre Versorgung und MVZ-Betrieb bleiben gesichert

Die Kreisklinik Roth hat am 7. Januar vorsorglich die Internetverbindung nach außen getrennt, nachdem ein möglicher externer Zugriff auf das interne IT-Netzwerk festgestellt wurde. Wie Klinik und Landratsamt am 8. Januar mitteilten, sind die stationäre Patientenversorgung und der Betrieb im MVZ weiterhin gesichert. Teilweise greifen Mitarbeitende bei der Übermittlung von Laborergebnissen auf Faxgeräte zurück, Rezepte und Krankschreibungen werden analog erstellt. Die Notaufnahme musste sich vorübergehend abmelden, da unter anderem der Empfang und Versand radiologischer Aufnahmen eingeschränkt war. Die Notfallversorgung in der Region ist dennoch gewährleistet, die Rettungsstellen leiten Notfälle an umliegende Krankenhäuser um.

Die eingesetzten Sicherheitsmechanismen, insbesondere die Antivirensoftware, hätten bisher ordnungsgemäß funktioniert. Dennoch könne ein kurzzeitiger externer Zugriff nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die IT-Abteilung reagierte sofort, informierte die Krankenhausleitung und zog externe IT-Forensik-Experten hinzu. Parallel wurden gesetzlich und fachlich erforderliche Stellen wie die Cybercrime-Abteilung des Landeskriminalamts, die Datenschutzaufsichtsbehörde und das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik informiert.

Das Landeskriminalamt Bayern hat in Absprache mit dem Bayerischen Innenministerium strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen. Ermittler trafen am Mittwochnachmittag vor Ort ein. Nadine Ortner, Vorstandin der Kreisklinik Roth, betont: „Unsere IT-Abteilung hat vorbildlich reagiert. Das vorsorgliche Trennen der Internetverbindung dient dem Schutz unserer Systeme und ermöglicht nun eine sorgfältige und strukturierte Überprüfung.“ Landrat Ben Schwarz lobt die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen und unterstreicht: „Das Patientenwohl steht an oberster Stelle.“

Die IT-Systeme werden erst wieder vollständig mit dem Internet verbunden, wenn die Ermittlungen und forensischen Untersuchungen abgeschlossen sind und fachlich Entwarnung gegeben werden kann. Ein konkreter Zeitpunkt ist derzeit nicht absehbar.

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