Digitalisierungsschub in der Infektiologie: App unterstützt klinische Entscheidungen bei Blutstrominfektionen
Multizentrische HELP-Studie belegt Nutzen einer digitalen Entscheidungshilfe und zeigt Potenzial vernetzter Datenintegrationszentren
Forschende aus fünf Universitätskliniken – Jena, Aachen, Essen, Halle und Leipzig – haben mit dem sogenannten HELP-Manual eine App entwickelt, die Ärztinnen und Ärzte bei der leitliniengerechten Behandlung von Blutstrominfektionen durch Staphylokokken unterstützt. In einer prospektiven, multizentrischen Studie mit über 5.000 Patient*innen wurde die Anwendung nicht nur auf ihre klinische Wirksamkeit geprüft, sondern diente zugleich als Erprobungsfeld für die IT-Infrastruktur der Datenintegrationszentren des SMITH-Konsortiums im Rahmen der Medizininformatik-Initiative.
Die Behandlung von Staphylokokken-Infektionen ist komplex und erfordert oft spezialisierte infektiologische Expertise – die jedoch nicht in allen Kliniken verfügbar ist. Das HELP-Manual schließt diese Versorgungslücke, indem es in Form eines digitalen Handbuchs erste diagnostische und therapeutische Schritte anleitet. Die App wurde schrittweise auf 134 Stationen eingeführt. Ergebnisse zeigten eine leicht geringere Sterblichkeit auf Stationen mit App-Nutzung, ohne negative Effekte auf andere Qualitätsmerkmale wie Reinfektionsraten oder Antibiotikaverbrauch.




