Ärzte setzen auf Digitalisierung: Automatisierte Kodierung führt die Wunschliste an

Repräsentative Umfrage 2026: 70 Prozent der Mediziner spüren bereits Effizienzgewinne durch IT und KI

Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen hat einen Wendepunkt erreicht. Laut einer aktuellen repräsentativen Erhebung vom März 2026 bestätigen über 70 Prozent der niedergelassenen Ärzte, dass digitale Anwendungen ihre Effizienz oder Servicequalität spürbar verbessern. Während der größte Nutzen derzeit im Datenaustausch und der Praxisverwaltung liegt, ist die Erwartungshaltung an künftige KI-Tools hoch: Fast jeder zweite Arzt fordert eine automatisierte Abrechnung und Kodierung, um den administrativen Druck zu senken.

Die Ergebnisse der Fokus-Frage unter 957 Medizinern zeichnen ein klares Bild: Der Anteil der Digitalisierungs-Skeptiker ist auf unter 30 Prozent gesunken. Aktuell profitieren Praxen vor allem in der Kommunikation mit anderen Leistungserbringern (37,3 %) sowie in der Dokumentation und Verwaltung (36,4 %). Auch das Terminmanagement und die Patientensteuerung (28,8 %) werden zunehmend digital gestützt, während jeder zehnte Arzt bereits KI in der Diagnostik einsetzt.

Trotz dieser Erfolge sehen die Ärzte noch enormes ungenutztes Potenzial zur Entbürokratisierung. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht mit 45,2 % die automatisierte Abrechnung und Kodierung (z. B. durch EBM/GOÄ-Vorschläge). Dicht gefolgt wird dieser Wunsch von der Forderung nach KI-gestützter Dokumentation und Spracherkennung (44,0 %), die insbesondere beim Schreiben von Arztbriefen und Befundberichten wertvolle Zeit sparen soll. Auch der automatisierte Datenaustausch mit Kostenträgern (39,7 %) wird als wesentlicher Entlastungsfaktor identifiziert.

Die Verantwortung für den weiteren Fortschritt sehen die Mediziner primär bei den Software- und IT-Anbietern. Fast 60 % der Befragten fordern von dieser Gruppe stärkere Impulse für praxistaugliche Lösungen und eine bessere Interoperabilität. Aber auch die eigene Zunft bleibt nicht kritikfrei: Knapp ein Viertel der Ärzte plädiert für eine höhere Eigeninitiative des Berufsstandes, etwa durch eine stärkere Beteiligung an Pilotprojekten und eine grundsätzliche Offenheit für digitale Transformationsprozesse.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert