Rheinland-Pfalz: Kleine Anfrage zur Zukunft der Krankenhausversorgung im ländlichen Raum
Linke thematisiert Klinikschließungen, Bettenabbau und Erreichbarkeit im Kontext der Krankenhausreform
Die medizinische Versorgung im ländlichen Raum in Rheinland-Pfalz steht im Fokus einer Kleinen Anfrage der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag. Wie aus der Bundestagsdrucksache (21/4642) hervorgeht, fragen die Abgeordneten die Bundesregierung nach aktuellen Entwicklungen bei Krankenhausstandorten, Bettenkapazitäten und der Erreichbarkeit von Kliniken. Die Anfrage wurde im März 2026 eingebracht und adressiert zentrale Aspekte der laufenden Krankenhausreform.
Ausgangspunkt der Anfrage ist die Entwicklung der Krankenhauslandschaft im Bundesland. Nach Angaben der Fraktion ist die Zahl der Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz in den vergangenen 35 Jahren um mehr als 20 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig liege der Anteil privat betriebener Kliniken inzwischen bei rund 40 Prozent. Vor diesem Hintergrund sehen die Abgeordneten strukturelle Veränderungen, die sich insbesondere auf die wohnortnahe Versorgung auswirken könnten.
Mit Blick auf die aktuelle Reformdiskussion wird die Befürchtung geäußert, dass weitere Klinikschließungen folgen könnten. Die Krankenhausreform verfolgt unter anderem das Ziel, Leistungen stärker zu zentralisieren und zu spezialisieren. Für ein Flächenland wie Rheinland-Pfalz mit einem hohen Anteil ländlicher Regionen könnten diese Entwicklungen besondere Herausforderungen mit sich bringen, insbesondere hinsichtlich der Sicherstellung einer flächendeckenden stationären Versorgung.
Im Zentrum der Kleinen Anfrage stehen konkrete Kennzahlen zur Versorgungsstruktur. So will die Fraktion von der Bundesregierung wissen, wie viele Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz in den vergangenen zehn Jahren geschlossen wurden. Darüber hinaus wird nach der Entwicklung der Krankenhausbetten je 100.000 Einwohner gefragt, um Rückschlüsse auf die Kapazitätsentwicklung zu ermöglichen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Erreichbarkeit: Die Bundesregierung soll darlegen, wie sich die durchschnittliche Fahrzeit zum nächstgelegenen Krankenhaus seit dem Jahr 2015 verändert hat.
Die Antwort der Bundesregierung steht noch aus. Sie dürfte jedoch wichtige Hinweise darauf liefern, wie sich die Versorgungsstruktur in Rheinland-Pfalz entwickelt hat und welche Auswirkungen sich aus der Krankenhausreform für die regionale Versorgung ergeben könnten.




