Projektstudie fordert neue Klinikstruktur in Bayern: Bedarfsgerechte kommunale Kliniklandschaft als Alternative zur aktuellen Krankenhausreform
Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ kritisiert Marktlogik und stellt eigene Reformvorschläge vor
Die Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern hat die Projektstudie „Bedarfsgerechte kommunale Kliniklandschaft – Sicherung der flächendeckenden klinischen Versorgung am Beispiel Bayern“ veröffentlicht. Die Studie versteht sich als Gegenmodell zur aktuellen Krankenhausreform des Bundes und plädiert für ein radikales Umdenken in der Organisation der stationären Versorgung.
Klaus Emmerich, Klinikvorstand im Ruhestand und Mitinitiator der Studie, erklärt:
„Die Krankenhausreform verschärft die Probleme gefährdeter Kliniken. Statt eines marktwirtschaftlichen Verdrängungswettbewerbs brauchen wir endlich eine bedarfsorientierte, öffentliche Krankenhausstruktur.“
Zentrale Forderungen der Projektstudie
Die Aktionsgruppe präsentiert ein in sich schlüssiges, vierteiliges Modell für ein zukunftsfähiges Kliniksystem, das eine wohnortnahe, flächendeckende und qualitativ hochwertige Versorgung sicherstellen soll. Die vorgeschlagenen Bausteine umfassen:
- Kommunale Trägerschaft aller Grundversorger
- Gesetzlich definierte Mindesterreichbarkeiten und Mindeststrukturen
- Finanzierung der Krankenhäuser nach dem Prinzip der Selbstkostendeckung
- Flächendeckende, integrierte ambulant-stationäre Notfallzentren mit einheitlichen Qualitätsstandards
Diese Struktur solle nicht nur eine Zerschlagung kommunaler Kliniknetze verhindern, sondern auch bestehende Standorte sichern und modernisieren.
Kritik an der Reform und Gegenposition
Die Projektgruppe übt scharfe Kritik an der gegenwärtigen Gesundheits- und Krankenhauspolitik. Insbesondere der Wettbewerb um Fallzahlen und Spezialisierungen stehe der Daseinsvorsorge diametral entgegen. In der Presseerklärung heißt es dazu: „Wir gehen mit unserem Konzept bewusst über die Vorschläge der aktuellen Krankenhausreform hinaus. Anstatt zu zentralisieren und zu schließen, erhalten wir die Versorgungsinfrastruktur – wohnortnah und bedarfsgerecht.“
Zudem verweist die Gruppe auf die Machbarkeit der Reformalternative: Die Studie enthalte auch konkrete Finanzierungsvorschläge, die belegen, dass ein flächendeckendes Versorgungsnetz ohne Qualitätsverlust und ohne ökonomischen Kahlschlag realisierbar ist.




