Brandenburg: Gesundheitsministerin bringt Poliklinik-Förderrichtlinie auf den Weg
Neuer Gesundheitscampus soll ambulante und sektorenübergreifende Versorgung im ländlichen Raum stärken
Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller hat sich vor Ort über die Planungen für den neuen Gesundheitscampus auf dem Gelände der ehemaligen Kaiserlichen Kasernen informiert. Im Mittelpunkt stand das denkmalgeschützte Stabsgebäude, das als erster Baustein zu einem interdisziplinären Gesundheitsstandort mit einem kommunal getragenen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) entwickelt wird.
Der Gesundheitscampus Perleberg zielt darauf ab, bestehende Versorgungsstrukturen in der Region Prignitz zu ergänzen und weiterzuentwickeln. Geplant ist ein ambulant ausgerichtetes Angebot mit hausärztlichem Schwerpunkt sowie ergänzenden medizinischen und therapeutischen Leistungen. Die Initiative reagiert auf die besonderen Herausforderungen des ländlichen Raums, darunter Fachkräftemangel und steigender Versorgungsbedarf einer alternden Bevölkerung. Aktuell bestehen im Planungsbereich sechs freie Hausarztsitze.
Brandenburg fördert kommunales MVZ Perleberg durch Poliklinik-Förderrichtlinie zur Stärkung der ambulanten Versorgung
Ministerin Müller betonte die Rolle kommunaler Initiativen: „Projekte wie der Gesundheitscampus Perleberg und kommunale Medizinische Versorgungszentren zeigen, wie Kommunen bestehende Versorgungsstrukturen ergänzen und Verantwortung für die regionale Entwicklung im Gesundheitsbereich übernehmen können.“ Sie unterstrich, dass das Vorhaben dem Ziel der geplanten Poliklinik-Förderrichtlinie entspricht, die investive, kommunal eingebundene Vorhaben im ländlichen Raum unterstützen soll.
Im Rahmen des Zukunftspakets des Landes Brandenburg stehen insgesamt bis zu 40 Millionen Euro für entsprechende Investitionen bereit, davon 12 Millionen Euro für das Jahr 2026. Die Mittel sollen gezielt in die Weiterentwicklung ambulanter und sektorenübergreifender Versorgungsstrukturen fließen. Über konkrete Förderungen entscheidet das Land nach Maßgabe der Förderrichtlinie und der verfügbaren Haushaltsmittel.
Zudem arbeitet das Land an einer landesrechtlichen Regelung, um Kommunen bei der Gründung und dem Betrieb kommunaler MVZ rechtssicher zu unterstützen. Ziel ist es, rechtliche Hürden – insbesondere in Bezug auf Haftungs- und Absicherungsfragen – zu adressieren und kommunales Engagement zur Sicherung der Versorgung zu erleichtern.
Das kommunale MVZ Perleberg wurde am 1. Januar 2026 eröffnet. Die Stadt Perleberg ist Gesellschafterin. Das Versorgungsangebot umfasst allgemeine medizinische und nervenärztliche Leistungen, die ein interdisziplinäres Team aus Fachärzten, medizinischen Fachangestellten und Verwaltungskräften betreut. Der Standort soll langfristig als integrierter Gesundheitscampus die ambulante Versorgung sichern, neue Versorgungsformen ermöglichen und Impulse für die Stadt- und Quartiersentwicklung geben.






