NRW stellt Kliniken 200 Millionen Euro für Hitzeschutz bereit

Förderprogramm finanziert Klimatisierung von Intensivstationen, Notaufnahmen, OP-Sälen und weiteren Krankenhausbereichen

Nordrhein-Westfalen stellt seinen Krankenhäusern zwischen 2027 und 2030 insgesamt 200 Millionen Euro für bauliche und technische Maßnahmen zum Hitzeschutz zur Verfügung. Gefördert werden unter anderem Klimatisierung, aktive Kühlung und Verschattung in besonders versorgungsrelevanten Bereichen. Insgesamt plant das Land drei Förderprogramme mit einem Volumen von 286,6 Millionen Euro für Krankenhäuser, Pflege und den Öffentlichen Gesundheitsdienst.

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium reagiert damit auf die außergewöhnliche Hitzeperiode Ende Juni 2026. Nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann habe die Belastung gezeigt, dass die bestehenden Strukturen des Gesundheitswesens bei langanhaltender Extremhitze an Grenzen stoßen können.

Den größten Anteil der angekündigten Förderung erhalten die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen. Von 2027 bis 2030 sollen ihnen insgesamt 200 Millionen Euro für Investitionen in den Hitzeschutz zur Verfügung stehen.

Förderfähig sind nach Angaben des Ministeriums Umbauten zur Klimatisierung, aktiven Kühlung oder Verschattung von Intensivstationen, Kreißsälen, Notaufnahmen, Operationssälen, Pflegestützpunkten und einzelnen Stationen. Damit richtet sich das Programm insbesondere auf Bereiche, in denen Patienten und Beschäftigte während Hitzeperioden besonders belastet sind.

Neben den Krankenhäusern sollen auch Pflegeeinrichtungen zusätzliche Investitionsmittel erhalten. Dafür sind 50 Millionen Euro vorgesehen, vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsgesetzgebers. Gefördert werden sollen fest installierte Klimageräte sowie Kühldecken und Kühlsegel. In Ausnahmefällen können auch mobile Klimageräte berücksichtigt werden. Die Installation der Anlagen ist ebenfalls förderfähig.

Weitere 36,6 Millionen Euro sind für den kommunalen Hitzeschutz vorgesehen. In den 53 Kreisen und kreisfreien Städten sollen damit bis zu jeweils zwei Vollzeitstellen für sogenannte Hitze-Gesundheitsmanager finanziert werden. Sie sollen an die Gesundheitsämter angebunden werden und primär gefährdete Bevölkerungsgruppen besser erreichen.

Ergänzend stellt die SozialstiftungNRW 20 Millionen Euro für Klimatisierungsmaßnahmen in Einrichtungen der Eingliederungshilfe bereit. Diese Förderung läuft eigenständig und kommt zu den 286,6 Millionen Euro des Landes hinzu.

Hitzeschutz soll Teil der Gesundheitsversorgung werden

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums soll die Förderung nicht bei einzelnen Investitionsprogrammen stehen bleiben. Eine Expertenrunde arbeitet derzeit unter Leitung des Ministeriums an einem Hitzereaktions- und -warnsystem für die gesundheitliche und pflegerische Versorgung. Bereits zuvor hatte Nordrhein-Westfalen unter anderem das Zentrale Netzwerk für gesundheitsbezogenen Hitzeschutz NRW aufgebaut. Dort arbeiten Land, Kommunen und Akteure des Gesundheitswesens wie Krankenhausgesellschaft, Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigungen zusammen.