Die besten Zukunftschancen haben regionale Krankenhausverbünde

Schwester-Euthymia-Stiftung diskutiert im Landtag Hannover Perspektiven der Krankenhausreform und den Wandel zum integrierten Gesundheitsdienstleister

Wie die Schwester-Euthymia-Stiftung in einer Presseinformation berichtet, hat sie am Mittwochabend (21. Januar) unter dem Titel „Krankenhausstrukturreform – was bleibt und was kommt?“ erneut Entscheider und Experten aus dem Gesundheitswesen in den Landtag Hannover eingeladen. Ziel der Veranstaltung war es, aktuelle Entwicklungen der Krankenhausreform sowie deren Auswirkungen auf die regionale Versorgung zu beleuchten.

Zum Auftakt dankte Ulrich Pelster, Vorstandsvorsitzender der Schwester-Euthymia-Stiftung, den Vertretern des Landes Niedersachsen für die Antragstellung an den Transformationsfonds im Dezember 2025. Das Sozialministerium habe dort 132 Millionen Euro für die erste Bauphase des geplanten Zentralklinikums in Vechta beantragt. „Das Land hat alle seine Zusagen eingehalten“, erklärte Pelster laut Mitteilung.

Im Mittelpunkt der fachlichen Diskussion stand anschließend das Krankenhausreformänderungsgesetz sowie die damit verbundenen strukturellen Veränderungen. Prof. Dr. Norbert Roeder, Krankenhausexperte und langjähriger Begleiter der Strukturreform in Nordrhein-Westfalen, ordnete die aktuellen Reformschritte ein und betonte insbesondere die Bedeutung regionaler Verbundstrukturen. „Die besten Zukunftschancen haben regionale Krankenhausverbünde wie die Schwester-Euthymia-Stiftung“, so Roeder. Große Verbünde könnten gestufte Versorgungskonzepte mit klaren Schwerpunkten an einzelnen Standorten entwickeln und nachhaltig umsetzen.

Roeder hob hervor, dass sich die Schwester-Euthymia-Stiftung frühzeitig auf die zu erwartenden Veränderungen eingestellt habe. Sie habe Leistungsangebote standortübergreifend neu geordnet und damit zukünftige Versorgungsprofile definiert, ohne auf die finalen gesetzlichen Regelungen zu warten. Dieses Vorgehen erhöhe die Wahrscheinlichkeit, auch künftig qualitativ hochwertige und wirtschaftlich tragfähige Versorgungsleistungen für die Region erbringen zu können. Zugleich verwies Roeder auf die Notwendigkeit, dass Kostenträger den Transformationsprozess unterstützen, da veränderte Leistungsvolumina auch Budgetverschiebungen und Ausgleichsmechanismen auslösen könnten.

Mit Blick auf die zukünftige Rolle der Krankenhäuser prognostizierte Roeder einen Rückgang stationärer Leistungen zugunsten ambulanter, hybrider und telemedizinischer Versorgungsformen. Krankenhäuser müssten sich daher stärker in außerstationären Sektoren engagieren. Die klassische Rolle als reines Akutkrankenhaus werde zunehmend abgelöst durch das Modell des integrierten Gesundheitsdienstleisters. „Krankenhäuser müssen sich von ihrer traditionellen Rolle als reine Akutversorger lösen“, sagte Roeder und warnte davor, die Transformation zu verschlafen, da dies wirtschaftliche Grundlagen und strategische Relevanz gefährden könne.

Zur weiteren Entwicklung des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) äußerte Roeder die Erwartung, dass das Gesetz grundsätzlich umgesetzt werde. Das angekündigte Krankenhausreformanpassungsgesetz werde zwar Nachbesserungen und Ausnahmeregelungen enthalten, die grundsätzliche Ausrichtung des KHVVG jedoch nicht verändern. Weitere Reparaturgesetze seien absehbar.

Rechtliche Fragestellungen der Krankenhausstrukturreform beleuchtete Prof. Dr. Michael Quaas M.C.L., Anwalt für Medizin- und Verwaltungsrecht sowie Richter a.D. Anhand praktischer Beispiele und unter Bezug auf Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen zeigte er mögliche Fallstricke der neuen Krankenhausplanung unter Berücksichtigung des jeweiligen Landesrechts auf.

Zum Abschluss richtete Ulrich Pelster den Blick auf die ärztliche Aus- und Weiterbildung. Veränderungen im Leistungsspektrum wirkten sich unmittelbar auf die Weiterbildungsmöglichkeiten und damit auf die Sicherung des ärztlichen Nachwuchses aus. Durch Verbundkonzepte und planmäßige Rotation innerhalb der Häuser könne die Schwester-Euthymia-Stiftung jedoch auch nach der Reform umfassende Facharztweiterbildungen anbieten. Junge Ärztinnen und Ärzte könnten so bereits zu Beginn ihrer Tätigkeit erkennen, wie sie im Verbund den Facharztstatus erreichen.

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