Bundesverband Geriatrie fordert zusätzliche Leistungsgruppe und warnt vor Qualitätsabbau

Überarbeitetes Geriatriekonzept soll Versorgung älterer Menschen sichern

Der Bundesverband Geriatrie hat sein bundesweites Geriatriekonzept an die Rahmenbedingungen des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) angepasst und fordert klare Maßnahmen zur Sicherung der altersmedizinischen Versorgung. Zentrale Punkte sind die Einführung einer zusätzlichen allgemeinen Leistungsgruppe „Akutgeriatrische Komplexitätsmedizin“ und ein klares Nein zu einem qualitativen „Downsizing“ der Geriatrie auf dem neuen Versorgungslevel 1i.

Nur durch eine solche Erweiterung kann das gesamte Spektrum der heute etablierten umfassenden geriatriespezifischen Versorgung auch zukünftig erreicht und gesichert werden“, betont Geschäftsführer Dirk van den Heuvel. Die rund 400 Mitgliedseinrichtungen des Verbandes wollen damit die stationäre und nicht-vollstationäre Versorgung von betagten und hochbetagten Patientinnen und Patienten langfristig absichern.

Warnung vor „Krankenhausversorgung 2. Klasse“

Mit Blick auf die neuen sektorenübergreifenden Einrichtungen der Versorgungsstufe Level 1i mahnt der Verband, dass die Geriatrie dort nicht in einer abgespeckten Form angeboten werden dürfe. „Das multiprofessionelle Behandlungsteam in der Geriatrie ist weder strukturell noch qualitativ teilbar“, so van den Heuvel. Ein Abbau von Fachqualifikationen oder eine Verkleinerung der Teams würde die Qualität der Versorgung gefährden.

Gleiche Standards für alle Levels gefordert

Da der Gesetzgeber in § 115g SGB V die akutstationäre geriatrische Krankenhausbehandlung ausdrücklich auch für Level 1i vorsieht, fordert der Verband, dass für diese Einrichtungen dieselben strukturellen Mindestanforderungen gelten wie für die Leistungsgruppe Geriatrie nach § 135e SGB V. Nur so könne das akutgeriatrische Leistungsspektrum unabhängig vom Standort in gleichbleibender Qualität erbracht werden.

Sollte diese Grundvoraussetzung bei der Ausgestaltung durch den GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) nicht erfüllt werden, werde der Verband eine Einbindung der Geriatrie auf Level 1i ablehnen. „Eine solcherart entkernte ‚Pseudo-Geriatrie‘ nutzt weder dem Gesundheitssystem noch den Patientinnen und Patienten“, warnt van den Heuvel.