BDA fordert eigene Leistungsgruppe Schmerzmedizin im Zuge der Krankenhausreform
Ärztetag überweist Antrag zur weiteren Beratung – Verband sieht Risiko von Versorgungslücken
Der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten (BDA) setzt sich weiterhin für die Einführung einer eigenständigen Leistungsgruppe „Schmerzmedizin“ im Rahmen der geplanten Krankenhausreform ein. Ein entsprechender Antrag wurde auf dem Deutschen Ärztetag zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen.
Ziel der Initiative ist es, die Schmerzmedizin strukturell im künftigen Leistungsgruppensystem zu verankern und damit eine klare organisatorische und qualitative Grundlage für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen zu schaffen.
Der BDA betont, dass die Schmerzmedizin ein eigenständiges, interdisziplinäres Versorgungsfeld mit hoher Krankheitslast sei. Die Behandlung chronischer Schmerzen erfordere häufig multimodale Therapieansätze unter Einbindung verschiedener Fachdisziplinen sowie strukturierte Versorgungsmodelle. Nach Einschätzung des Verbandes besteht die Gefahr, dass dieses Versorgungsfeld ohne eigenständige Leistungsgruppe im neuen System nicht ausreichend abgebildet wird. Dies könne langfristig zu strukturellen Versorgungslücken führen und etablierte schmerzmedizinische Angebote schwächen.
Nach Angaben des BDA liegen bereits konsentierte Strukturkonzepte vor, die konkrete Anforderungen an die Organisation der Schmerzmedizin definieren. Dazu gehören unter anderem personelle Mindeststandards, interdisziplinäre Versorgungsstrukturen sowie überprüfbare Qualitätskriterien. Diese Konzepte könnten nach Ansicht des Verbandes unmittelbar in die weitere Ausgestaltung der Krankenhausreform einfließen und im Leistungsgruppensystem berücksichtigt werden.
Der BDA verweist zudem auf die hohe Relevanz des Versorgungsbereichs: In Deutschland leben nach Verbandsangaben rund 23 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen. Eine adäquate Versorgung sei daher sowohl gesundheitspolitisch als auch gesellschaftlich von zentraler Bedeutung. Die derzeitige Einordnung der Schmerzmedizin in bestehende Strukturen bilde die Versorgungsrealität nur unzureichend ab, so die Kritik. Eine eigenständige Leistungsgruppe könne dazu beitragen, Qualität, Zugang und Wirtschaftlichkeit langfristig zu sichern.
Der Verband fordert daher, die politische und fachliche Diskussion im Rahmen der weiteren Beratungen zur Krankenhausreform zügig fortzuführen.




