Aktionsgruppe legt neue Statistik zu Klinikstandorten vor

Auswertung soll Folgen der Krankenhausreform standortbezogen sichtbar machen – 39,7 Prozent gelten 2026 als „essenziell“

Die Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern hat eine neue Statistik zur Entwicklung der Klinikstandorte in Deutschland veröffentlicht. Hintergrund ist nach Angaben der Initiative, dass die amtlichen Grunddaten der Krankenhäuser aus ihrer Sicht nicht ausreichend abbilden, wie sich die Krankenhausreform auf einzelne Standorte auswirkt. Die neue Auswertung betrachtet deshalb nicht nur Krankenhäuser als Unternehmen, sondern deren konkrete Klinikstandorte und unterscheidet zusätzlich nach Teilnahme an der gestuften Notfallversorgung. 

Die Initiative wertet den Zeitraum 2020 bis 2026 aus. Erfasst werden unter anderem die Zahl der Klinikstandorte, Standorte mit gestufter oder spezialisierter Notfallversorgung sowie der Anteil sogenannter „essenzieller“ Standorte. Als essenziell definiert die Aktionsgruppe Häuser, die mindestens über Allgemeine Innere Medizin, Chirurgie, Intensivmedizin und Basisnotfallversorgung verfügen.

Zahl der Klinikstandorte sinkt seit 2020

Nach der Auswertung gab es 2026 bundesweit 2.668 Klinikstandorte. 2020 waren es noch 2.744. Das entspricht nach Berechnung der Initiative einem Rückgang um 76 Standorte beziehungsweise 2,85 Prozent. Deutlich stärker fiel der Rückgang bei Standorten mit gestufter Notfallversorgung aus. Ihre Zahl sank demnach von 864 auf 716 Standorte, ein Minus von rund 20,7 Prozent. Die Zahl der von der Aktionsgruppe als „essenziell“ eingestuften Standorte verringerte sich von 1.154 auf 1.060. Damit kommen sie 2026 nach der eigenen Methodik der Initiative auf einen Anteil von 39,73 Prozent aller Klinikstandorte.

Standortperspektive gewinnt mit Leistungsgruppen an Bedeutung

Der Ansatz greift dennoch einen relevanten Punkt der Krankenhausreform auf. Leistungsgruppen werden künftig einzelnen Krankenhausstandorten zugewiesen; auch die Erfüllung der dafür festgelegten Qualitätskriterien wird standortbezogen geprüft. Das Bundesgesundheitsministerium beschreibt die Leistungsgruppen ausdrücklich als Instrument, mit dem die Länder festlegen, welche Standorte welche Leistungen erbringen dürfen.

Die klassische Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes arbeitet dagegen weiterhin primär mit Krankenhäusern als statistischen Einheiten. Für 2024 weist Destatis bundesweit 1.841 Krankenhäuser aus; daneben veröffentlicht das Bundesamt ein separates Krankenhausverzeichnis mit einzelnen Einrichtungen und Adressen. Die neue Auswertung der Aktionsgruppe versucht deshalb, eine zusätzliche standortbezogene Zeitreihe zu schaffen. Sie soll nach eigener Darstellung künftig fortgeschrieben werden, um Veränderungen infolge der Krankenhausreform besser beobachten zu können.