Case Study Krankenhaus Düren: Prozessoptimierung löst Engpass im Intensivbettenmanagement

Analyse von § 21-Daten und interdisziplinäre Co-Creation verbessern Patientenfluss

Das Krankenhaus Düren hat erfolgreich Strategien zur Überwindung knapper Intensivkapazitäten implementiert. Durch eine datengestützte Prozessanalyse in Zusammenarbeit mit externen Beratern von Philips konnte der Maximalversorger den Patientenfluss synchronisieren und die interdisziplinäre Kommunikation signifikant verbessern. Zentrales Ergebnis der Neuausrichtung ist die Einführung einer dezidierten Bettenkoordination.

Wie aus einer aktuellen Fallstudie zur zukunftssicheren Gesundheitsversorgung hervorgeht, identifizierte das Krankenhaus Düren die Kapazität von 28 Intensivbetten als kritischen Engpass für das gesamte Haus. Da die Intensivstationen (ITS) als zentrale Drehscheibe zwischen Notaufnahme, OP-Bereich und Allgemeinstationen fungieren, führten Verzögerungen dort zu weitreichenden Störungen im gesamten Klinikbetrieb.

Datengestützte Analyse als Basis

Das Projekt startete mit einer tiefgehenden Analyse des § 21-Datensatzes der vergangenen drei Jahre. Diese Auswertung ermöglichte es dem Medizincontrolling und der Klinikleitung, Aufnahmedaten, Verweildauern auf Station sowie diagnostische und operative Zeitpunkte präzise zu korrelieren.

Die daraus resultierende Prozesslandkarte visualisierte komplexe Abhängigkeiten:

  • Einbestellwesen: Einfluss geplanter Operationen auf die ITS-Auslastung.
  • Notfallmanagement: Volatilität durch unvorhersehbare Aufnahmen.
  • Verlegungskriterien: Fehlende Standards für den Transfer auf Allgemeinstationen.

Vier Handlungsfelder für das Change Management

In einem fachübergreifenden Co-Creation Workshop erarbeiteten Teams aus Ärzten, Pflegekräften und Verwaltung Lösungen für vier Kernbereiche:

  • Einbestellprozess: Harmonisierung elektiver Eingriffe mit freien Kapazitäten.
  • Fallsteuerung: Aktive Beeinflussung der Verweildauer durch strukturierte Prozesse.
  • Kommunikationswege: Etablierung klarer Hierarchien und Zuständigkeiten.
  • Interprofessioneller Dialog: Stärkung des Vertrauens zwischen Pflege und ärztlichem Dienst.
  • Ergebnisse: Synchronisierter Fluss und zentrale Koordination

Wichtigstes operatives Ergebnis ist die Benennung eines zentralen Bettenkoordinators. Über eine dedizierte Rufnummer fungiert dieser als alleinige Ansprechstelle für alle Verlegungsfragen. Er entscheidet über Kapazitäten und definiert Zielstationen, was die Zuteilung laut Prof. Schröder, Chefarzt der Anästhesie, wesentlich „harmonischer und konstruktiver“ gestaltet.

In Folgeprojekten arbeitet das Krankenhaus Düren nun an der weiteren Standardisierung von Intensivverlegungskriterien, um die neu gewonnene Effizienz im Bettenmanagement dauerhaft zu sichern.

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