Campus Nord Ulm erreicht finale Phase auf dem Weg zum Magnet®-Status
UK Ulm reicht mehr als 100 Qualitätsnachweise ein – Entscheidung nach Dokumentenprüfung und Vor-Ort-Begehung
Der Campus Nord des Universitätsklinikums Ulm ist dem Ziel nähergekommen, als erstes Krankenhaus in Deutschland die internationale Magnet®-Anerkennung für Pflegeexzellenz zu erhalten. Wie das UK Ulm mitteilt, wurde die sogenannte Magnet®-Submission abgeschlossen und die finalen Unterlagen beim American Nursing Credentialing Center (ANCC) eingereicht. Damit hat der Standort den letzten dokumentenbasierten Schritt des Anerkennungsverfahrens erreicht.
Mehr als 100 sogenannte Sources of Evidence sollen belegen, wie sich Pflegequalität, Führungsstrukturen, Mitarbeiterentwicklung und Patientenversorgung am Campus Nord entwickelt haben. Eingereicht wurden unter anderem Qualitätskennzahlen, Ergebnisse aus Mitarbeiter- und Patientenbefragungen, Verbesserungs- und Innovationsprojekte sowie strukturelle Nachweise. Das Magnet®-Modell setzt nicht allein auf einzelne Pflegeindikatoren. Es bewertet auch Führung, strukturelle Einbindung der Pflege, interprofessionelle Zusammenarbeit, Innovation und messbare Ergebnisqualität. Das UK Ulm nutzt den Ansatz bereits seit mehreren Jahren als Organisationsmodell für die Weiterentwicklung der Pflege am Campus Nord.
Der Prozess begann bereits 2015, damals noch an den eigenständigen Rehabilitations- und Universitätskliniken Ulm. Ein zentraler Aspekt ist die Frage, wie Pflegefachpersonen stärker in Qualitätsentwicklung und klinische Entscheidungsprozesse eingebunden werden können.
Für das Klinikmanagement ist das Modell auch personalstrategisch relevant. Das UK Ulm verweist ausdrücklich darauf, dass Magnet®-Strukturen die Mitarbeiterbindung und Attraktivität für Pflegefachpersonen stärken sollen. Der Ansatz zielt damit nicht nur auf Versorgungsqualität, sondern auch auf Arbeitsbedingungen und Organisationskultur.
Eine wichtige Rolle spielt nach Angaben des Klinikums der Austausch mit bereits zertifizierten Häusern. Seit 2020 besteht eine Partnerschaft mit der Billings Clinic in Montana, die mehrfach als Magnet®-Krankenhaus ausgezeichnet wurde. Hinzu kommen Kontakte über das deutsche Magnet®-Netzwerk und die europäische Initiative Magnet4Europe. Die Erfahrungen aus dem Programm sollen perspektivisch nicht auf den Campus Nord beschränkt bleiben. Das UK Ulm plant, erfolgreiche Ansätze der Qualitäts- und Organisationsentwicklung auch auf weitere Bereiche des Universitätsklinikums zu übertragen.
Mit der Submission ist die Anerkennung noch nicht erteilt. Zunächst prüfen Gutachter des ANCC die eingereichten Dokumente. Eine erste Rückmeldung erwartet das Klinikum bis Ende 2026. Fällt diese Prüfung positiv aus, folgt eine mehrtägige Vor-Ort-Begehung. Dabei führen die Gutachter unter anderem Gespräche mit Pflegekräften und Teams und prüfen, ob die dokumentierten Strukturen im Klinikalltag tatsächlich gelebt werden. Erst anschließend entscheidet die zuständige Commission on Magnet über die endgültige Designation.
Der Campus Nord wäre im Erfolgsfall das erste Magnet®-Krankenhaus Deutschlands. Weltweit sind nach Angaben des UK Ulm inzwischen mehr als 680 Häuser entsprechend anerkannt.




