Behandlungsqualität schlägt Wohnortnähe – AOK-Umfrage bekräftigt Reformkurs
Mehrheit der Versicherten bereit zu längeren Wegen für bessere medizinische Versorgung
Eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag der AOK PLUS zeigt deutlich: Die Behandlungsqualität ist für viele Bürgerinnen und Bürger in Sachsen wichtiger als die Nähe zum Krankenhaus – ein zentrales Argument für die laufende Krankenhausreform, die auf stärkere Spezialisierung und Konzentration stationärer Leistungen setzt.
Kernergebnisse der Umfrage
- 71 % der Befragten würden bei risikoreichen Operationen (z. B. Herz- oder Lunge) definitiv längere Wege in Kauf nehmen.
- Bei weniger risikoreichen Eingriffen (z. B. Knie oder Hüfte) sind es immerhin 36 % – bundesweit liegt dieser Wert bei 47 %.
- 88 % der sächsischen Befragten sind bereit, über eine Stunde für spezialisierte stationäre Versorgung zu fahren (Bundesdurchschnitt: 86 %).
- Jüngere (18–39 Jahre): 94 % zeigen hohe Mobilitätsbereitschaft, Ältere (60+ Jahre): 80 %.
Was den Versicherten wichtig ist:
- Sauberkeit und Hygiene: 98 %
- Guter Ruf der Klinik: 91 %
- Empfehlung durch Haus- oder Facharzt: 90 %
- Wohnortnähe: Nur 45 % sehen dies als ausschlaggebend an
Frauen legen laut Umfrage größeren Wert auf Qualitätsaspekte als Männer – z. B. beim Kriterium „Ruf des behandelnden Arztes“ (94 % vs. 82 %).
Nutzung von Notruf und Bereitschaftsdienst:
- 116 117 (kassenärztlicher Bereitschaftsdienst): 79 % kennen die Nummer, 41 % haben sie bereits genutzt.
- 112 (Rettungsdienst): 49 % haben diesen mindestens einmal alarmiert. Nutzung steigt mit dem Alter (54 % bei 60+).
- Zufriedenheit mit Reaktionszeiten: 89 % bewerteten die Erreichbarkeit und Einsatzzeit als gut.
Die Ergebnisse unterstützen den Kurs der Krankenhausreform, die auf spezialisierte Zentren und qualitätsorientierte Versorgung abzielt. AOK-Vertreter betonen, dass die Qualität der medizinischen Versorgung für viele Versicherte klar über der Entfernung steht – besonders bei planbaren Eingriffen.
„Nicht jede Klinik muss alles können. Patienten sind bereit, für bessere Behandlungsqualität auch weitere Wege zu gehen“, so eine Sprecherin der AOK PLUS.
Für die Versorgung im ländlichen Raum bedeutet das: Notfall- und Grundversorgung bleibt wohnortnah, während komplexe Eingriffe künftig häufiger in spezialisierten Kliniken erfolgen sollen.




