Antibiotikaverbrauch in Kliniken stagniert auf hohem Niveau

RKI-Daten für 2025 zeigen kaum Veränderung – bei E. coli nehmen Resistenzen gegen wichtige Cephalosporine weiter zu

Der Antibiotikaverbrauch in deutschen Krankenhäusern ist 2025 gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert geblieben. Damit zeigt sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit keine Entwicklung in Richtung des nationalen Ziels, den gesamten Antibiotikaeinsatz in Deutschland bis 2030 um neun Prozent gegenüber 2019 zu reduzieren.

Die aktuellen Daten stammen aus der Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance (AVS). Für das Jahr 2025 haben 593 Krankenhäuser Daten an das RKI übermittelt. Das Institut sieht weitere Anstrengungen insbesondere beim Antibiotic Stewardship als notwendig an, um Antibiotika gezielter und verantwortungsvoller einzusetzen.

Das Reduktionsziel ist Teil der nationalen Strategie zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen DART 2030 und umfasst den ambulanten und stationären Verbrauch zusammen. Eine vollständige Bewertung des bisherigen Fortschritts ist daher erst unter Einbeziehung der ambulanten Daten möglich. Diese sollen im November 2026 veröffentlicht werden.

RKI beobachtet zunehmende Resistenzen bei E. coli

Auch bei den Resistenzdaten gibt es ein Warnsignal. Erste Auswertungen der Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) weisen laut RKI darauf hin, dass bei E. coli Resistenzen gegen häufig eingesetzte Cephalosporine der 3. Generation weiter zunehmen. Fallen diese Antibiotika als wirksame Therapieoption aus, werden die Behandlungsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt.

Für die Resistenz-Surveillance 2025 übermittelten 126 Labore Daten. Ausführliche Auswertungen zu den nationalen Resistenzzielen will das RKI zur World Antimicrobial Awareness Week vom 17. bis 23. November veröffentlichen.