Reanimation 2025: 53,5 % beginnen vor Rettungsdienst
Mehr als jede zweite Reanimation startet vor Eintreffen der Hilfe – AEDs nur bei 2 % eingesetzt
53,5 Prozent der außerklinischen Reanimationen beginnen in Deutschland bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes. Der außerklinische Jahresbericht 2025 des Deutschen Reanimationsregisters zeigt damit die wachsende Bedeutung von Ersthelfenden und alarmierten Helfersystemen. Gleichzeitig bleibt die frühe Defibrillation eine Schwachstelle: Nur rund 2 Prozent der Reanimationsfälle werden durch Ersthelfende mit einem AED defibrilliert.
Rund 130.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Das entspricht durchschnittlich mehr als 350 Betroffenen pro Tag. In etwa der Hälfte der Fälle, rund 65.000 Patientinnen und Patienten, konnte der Rettungsdienst Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten.
Diese Zahlen gehen aus dem außerklinischen Jahresbericht 2025 des Deutschen Reanimationsregisters hervor. Für den Bericht wurden Daten von 208 Notarzt- und Rettungsdiensten ausgewertet. Die teilnehmenden Dienste decken gemeinsam eine Versorgungsregion mit rund 37 Millionen Einwohnern ab. Für die bundesweiten Hochrechnungen wurde eine Referenzgruppe von 56 besonders vollständig dokumentierenden Standorten herangezogen.
Mehr als jede zweite Reanimation beginnt vor dem Rettungsdienst
In 38,4 Prozent der Fälle unterstützten Mitarbeitende der Leitstellen die Ersthelfenden telefonisch bei der Reanimation. Erstmals unterscheidet das Deutsche Reanimationsregister zudem zwischen alarmierten Ersthelfenden (APP-Retter) und First Respondern. Beide Gruppen waren bereits an mehr als zwölf Prozent der Reanimationen beteiligt. In knapp zehn Prozent der Fälle begannen sie die Wiederbelebung noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes. Da die Dokumentation alarmierter Ersthelfender erst seit Mitte 2025 möglich ist, könnte deren tatsächlicher Beitrag noch höher liegen.
Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des Deutschen Reanimationsregisters, sieht deshalb weiteres Potenzial insbesondere bei der telefonischen Reanimationsanleitung und beim Ausbau alarmierter Ersthelfersysteme. Ziel müsse sein, möglichst frühzeitig mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen.
Rettungsdienst erreicht 70 Prozent innerhalb von acht Minuten
Auch bei den Eintreffzeiten des Rettungsdienstes zeigt der Bericht Verbesserungspotenzial. Das erste Rettungsmittel traf 2025 im Mittel nach 6 Minuten und 40 Sekunden am Einsatzort ein.
Innerhalb von acht Minuten wurden 70 Prozent der Betroffenen erreicht. Das angestrebte Ziel, 80 Prozent innerhalb von acht Minuten zu versorgen, wurde damit erneut nicht erreicht.
Von den Patientinnen und Patienten erreichten knapp 32 Prozent das Krankenhaus mit einer Rückkehr des spontanen Kreislaufs (ROSC). Die Überlebensrate liegt nach Angaben des Registers seit Jahren stabil bei knapp 11 Prozent.
70 Prozent der Reanimationen finden zu Hause statt
Der überwiegende Teil der Herz-Kreislauf-Stillstände ereignete sich auch 2025 im häuslichen Umfeld. Rund 70 Prozent der Reanimationsbehandlungen fanden in einer Wohnung oder einem Haus statt. Nur etwa ein Fünftel der Fälle ereignete sich an Arbeitsplätzen, in Schulen, Sporteinrichtungen, Arztpraxen oder im öffentlichen Raum. Gerade bei diesen Fällen waren die Überlebenschancen allerdings besonders hoch. Damit wird zugleich deutlich, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Laienreanimation nicht allein auf öffentliche Orte mit hoher AED-Dichte ausgerichtet werden können. Ein erheblicher Teil der Reanimationen findet dort statt, wo sich die Betroffenen zu Hause befinden.




