Städtisches Klinikum Dessau wird Lehrkrankenhaus der Universitätsmedizin Magdeburg
Kooperation soll ärztlichen Nachwuchs sichern und Praxisanteile im Praktischen Jahr ausbauen
Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erweitert ihr Netzwerk akademischer Lehrkrankenhäuser: Ab April wird das Städtisches Klinikum Dessau neues Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitätsmedizin Magdeburg. Wie die Medizinische Fakultät mitteilt, können dort künftig bis zu 20 Studierende der Humanmedizin einen Teil ihres Praktischen Jahres (PJ) absolvieren. Die Kooperation ist Teil einer strategischen Partnerschaft zur Sicherung des ärztlichen Nachwuchses in Sachsen-Anhalt.
Das Praktische Jahr gilt als entscheidende Phase der medizinischen Ausbildung. In diesem Abschnitt übernehmen Studierende schrittweise Verantwortung in der Patientenversorgung und gewinnen Einblicke in klinische Abläufe. Nach Angaben der Fakultät beeinflussen positive Ausbildungserfahrungen maßgeblich die spätere Wahl des Arbeitsortes. Mit der Einbindung des Klinikums Dessau sollen gezielt Anreize geschaffen werden, Medizinstudierende frühzeitig für eine Tätigkeit in der Region zu gewinnen.
Die Dekanin der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Daniela Dieterich, betonte die Bedeutung der engen Verzahnung zwischen universitärer Ausbildung und regionaler Versorgung. Die Sicherung der medizinischen Versorgung beginne bereits in der Ausbildung, das PJ präge die spätere Berufswahl entscheidend. Auch das Klinikum Dessau sieht in der Anerkennung als Lehrkrankenhaus einen strategischen Schritt zur Weiterentwicklung des Standorts. Ärztlicher Direktor Prof. Dr. med. Christoph U. Herborn sprach von einem „bedeutenden Meilenstein“ für das Haus.
Das Ausbildungsangebot umfasst die Pflichtfächer Innere Medizin und Chirurgie sowie mehrere Wahlfächer, darunter Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Urologie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Augenheilkunde und Radiologie. Voraussetzung für die Anerkennung als Akademisches Lehrkrankenhaus sind definierte Qualitätsstandards, darunter ein breites medizinisches Leistungsspektrum, moderne diagnostische und therapeutische Verfahren sowie Zugang zu aktueller Fachliteratur.
Die Lehrkrankenhausvereinbarung knüpft an eine 2025 geschlossene strategische Partnerschaft zwischen Universitätsmedizin Magdeburg und dem Klinikum Dessau an. Ziel ist es, Versorgung, Forschung und Lehre stärker zu verzahnen und die Fachkräftesicherung insbesondere außerhalb universitärer Zentren zu unterstützen.
Für Krankenhausmanagement und Träger bedeutet die Kooperation eine Stärkung der Ausbildungsfunktion als strategisches Instrument zur Personalgewinnung. Angesichts des anhaltenden Ärztemangels gewinnt die frühzeitige Bindung von Nachwuchskräften über PJ-Standorte zunehmend an Bedeutung.






