Stadt Bühl stellt Weichen für Übernahme des Krankenhausareals
Kommune will 42.000 Quadratmeter für 15,7 Mio. Euro erwerben – Pflegeplätze und altersgerechtes Wohnen als erste Nachnutzungsziele
Die Stadt Bühl will das bisherige Krankenhausareal des Klinikums Mittelbaden übernehmen. Der Gemeinderat hat dafür einen Grundsatzbeschluss gefasst, nachdem zuvor bereits der Aufsichtsrat des Klinikums dem Verkauf zugestimmt hatte. Wie die Stadt Bühl mitteilt, umfasst das Areal rund 42.000 Quadratmeter; der Kaufpreis liegt bei 15,7 Millionen Euro.
Die Entscheidung ist für den Standort besonders relevant, weil der Krankenhausbetrieb in Bühl zum Jahresende eingestellt werden soll. Neu ist damit nicht mehr die Schließung selbst, sondern die Frage, wie das Gelände anschließend genutzt wird. Oberbürgermeister Matthias Bauernfeind sieht in dem Erwerb die Möglichkeit, die Entwicklung des Areals kommunal zu steuern. Ein fertiges Nutzungskonzept oder einen feststehenden Investor gibt es allerdings noch nicht.
Auf Teilen des Areals sollern zunächst dringend benötigte Pflegeplätze entstehen. Daneben werden barrierefreie und altersgerechte Wohnangebote geprüft. Welche weiteren Nutzungen hinzukommen könnten, soll in den nächsten Planungsschritten geklärt werden.
Offen ist auch, wie mit dem bestehenden Krankenhausgebäude umgegangen wird. Gemeinsam mit der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH will die Stadt untersuchen, ob eine Sanierung wirtschaftlich sinnvoll ist oder ein Abriss die bessere Variante wäre. Parallel sollen Gespräche mit potenziellen Investoren und Betreibern beginnen.
Am vorausgegangenen Interessenbekundungsverfahren hatte sich auch das Land Baden-Württemberg beteiligt. Nach Angaben der Stadt war dort eine Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen im Maßregelvollzug vorgesehen. Mit dem Grundsatzbeschluss verfolgt Bühl nun eine eigene kommunale Lösung für das Gelände.
Die Übernahme ist für Bühl zugleich ein erheblicher finanzieller Schritt. Wegen des Kaufpreises von 15,7 Millionen Euro rechnet die Stadt in den kommenden Jahren mit einem höheren Defizit und zusätzlicher Kreditaufnahme. Andere kommunale Vorhaben könnten deshalb verschoben oder neu priorisiert werden.
Für das Klinikum Mittelbaden wiederum ist der Verkauf Teil der wirtschaftlichen Konsolidierung. Kaufmännischer Geschäftsführer Felix Brenneisen bezeichnet den Verkauf nach Angaben des Klinikums als wichtigen Baustein dieses Prozesses. Zugleich begrüßt das Unternehmen, dass der Standort perspektivisch weiterhin für medizinische oder pflegerische Angebote genutzt werden könnte.
Mit dem Grundsatzbeschluss ist die Nachnutzung noch nicht festgelegt. Der politische Rahmen ist nun aber gesetzt: Nach dem Ende des stationären Krankenhausbetriebs soll das Gelände nicht brachfallen, sondern schrittweise in einen neuen Gesundheits-, Pflege- und Wohnstandort überführt werden.




